Von Valldemossa durch den Naturpark Son Morague

Zu den klassischen Wandergebieten Mallorcas gehört der Naturpark Son Moragues. Nach steilem Anstieg zur Font des Pouet geht es gemütlicher am Rande eines Hochplateaus weiter, wobei sich immer wieder hervorragende Ausblicke bieten.

Die Wanderung in Kürze
Anspruch: ++
Gehzeit 3 Std.
An-/Abstieg:  450 m
Länge:
Charakter: Mittelschwere Wanderung auf steinigen Waldwegen und Pfaden
Ausrüstung:
Wanderkarte: Topographische Karte 1:50 000, Blatt Sóller
Einkehr- Möglichkeiten: Nur in Valldemossa
Anfahrt:

Mit dem Pkw:
Von Palma kommend, hinter dem Straßenschild ›Valldemossa ‹ die nächste Straßerechts, dann gleich wieder rechts. Vor dem Herrensitz Son Gual links abbiegen, dann rechts steil bergauf. An einer T-förmigen Gabelung geht es links ab. Die Straße gabelt sich kurz hintereinander noch zweimal, jeweils rechts fahren. Dort, wo die Straße endet, kann man rechts vor dem Anwesen Can Massana parken.


Mit dem Bus:
Von Palma 5x tägl. (So nur 3x), von Peguera Mo, Di, Do, Fr jeweils um 9 Uhr, von Platja de Palma Mo –Fr 2 x tägl. Nach Valldemossa. Im Zentrum aussteigen, auf der Straße Richtung Palma zurück und kurz vor dem Ortsschild links die Straße aufwärts. Dann der Beschreibung für Autofahrer folgen (ca. 20 Min. bis Can Massana).

Hinweis:

 

Höhenprofil:
(bitte auf das Bild klicken für Großansicht)
Karte: Karte (bitte klicken)

 

Wanderung auf dem Reitweg des Erzherzogs

In Valldemossa folgen wir neben dem Anwesen Can Massana dem breiten, steinigen Wanderweg durcheine Olivenpflanzung bergauf. Rote Farbkleckse weisen den ohnehin nicht zu verfehlenden Weg. Nach ca. 5 Min. durchschreiten wir eine breite Maueröffnung und verlassen damit die Plantage. Durch Wald geht es bergan, bis wir nach weiteren 2 Min. vor einem Gatter stehen. Davor zweigt rechts ein breiter Weg ab, den wir nicht beachten. Statt dessen überklettern wir das Tor auf einerkleinen Holzleiter. Gleich hinter dem Gatter zweigt wiederum rechts einschmalerer Pfad ab, den wir ebenfalls nicht beachten. Wir gehen auf dem breiteren Weg geradeaus weiter. Nach ca. 100 m beschreibt unser Weg eine deutliche Rechtskurve. Die Spur nach links ist durch eine kleine Steinaufschüttung verbarrikadiert. Es lohnt sich jedoch, hier etwa 20 m weit einen Abstecher zu der gefaßten Quelle Font de s´Ábeurada zu machen. Sie führt normalerweise nur sehr wenig Wasser.

Dann kehren wir zu der Kurve zurück und folgen weiter dem Hauptweg durch Steineichenwald bergauf. Einen Pfad, der kurz darauf nach rechts unten abzweigt, beachten wir nicht. In Serpentinen windet sich unser Weg steil empor. Mehrfach treffen wir nun auf die Reste von Kohlenmeilern. Ein rechts abzweigender Weg (30 Min.) bietet die Möglichkeit, eine Serpentine abzuschneiden. Bequemer ist es jedoch, auf dem breiten Hauptweg zu bleiben. Gleiches gilt für eine weitere Abzweigung in der nächsten Serpentine. Mit dem Durchschreiten eines Mauerdurchbruchs ist der Steilanstieg beendet. Wir haben nun die Hochebene Pla des Pouet erreicht.
Hier zweigen mehrere Pfade ab. Wir halten uns geradeaus auf dem gut erkennbaren, breiten Wanderweg, der durch rote Punkte gekennzeichnet ist. Nach ca. 50 m erreichen wir eine Lichtung, auf der sich eine Feuerstelle befindet. Gleich rechts hinter einer Steineiche verbirgt sich eine Schweinetränke (bassa ), in der sich nach stärkeren Regenfällen Wasser sammelt. Wir gehen geradeaus weiter, lassen die Lichtung und die Ruine eines Unterstands rechts liegen. Kurz darauf passieren wir die Reste eines Kohlenmeilers.


Wir gelangen auf eine weitere Lichtung, wo sich der Brunnen Font des Pouet befindet (45 Min.). Erdient den hier halbwild lebenden Ziegen als Tränke. Wir gehen am Brunnen vorbei und geradeaus weiter. Der Weg beschreibt bald eine leichte Linkskurve und steigt sanft an. Dies ist nun der ehemalige, von Erzherzog Ludwig Salvator angelegte Reitweg. Bald ergeben sich erste Ausblicke auf die umgebende Bergwelt. Nach links blicken wir auf Na Torta (die Torte) hinunter, einen hervorspringenden Teil des Hochplateaus. Auf dem kargen Untergrund aus Kalkstein, der kaum eine Bodendecke aufweist, wird die Steineiche nun immer mehr durch die anspruchslose Aleppokiefer abgelöst. Wir passieren die Reste eines weiteren Kohlenmeilers (1 Std.) und sehen etwa 20 m oberhalb davon einen noch recht gut erhaltenen Backofen. Kurz darauf erreichen wir einen Aussichtspunkt, von dem unser Blick bis hinab zur Westküste Mallorcas schweift.

Je höher wir steigen, desto umfassender wird die Aussicht. Bald erblicken wir auch Palma mit der dahinter gelegenen Südküste. Bei klarer Witterung ist in der Ferne sogar die kleine Nachbarinsel Cabrera auszumachen. Wenigspäter sehen wir am Wegrand wiederum die Ruinen eines Kohlenmeilers. Hier befindet sich ein weiterer, gut erhaltener Backofen links des Weges, dessen Öffnung man erst erkennt, wenn man die kegelförmige Konstruktion bereits passiert hat. Kurz darauf erblicken wir vor uns den Mirador de ses Puntes (1. 10Std.). Der Erzherzog ließ den Aussichtspunkt mit einer zinnengekrönten Mauer schützen, die noch in Resten erhalten ist. Die Felswand fällt vor unseren Füßen 400 m senkrecht zu der vorgelagerten Ebene ab. Links voraus ist in der Ferne der Gipfel des Galatzó auszumachen.

Nachdem wir die Aussicht ausgiebig genossen haben, gehen wir wieder ein paar Meter zurück, wo unser Weg nun links, durch einen gelben Pfeil gekennzeichnet, bergauf weiterführt. Der Wegverlauf ist hier streckenweise nicht mehr so gut zuerkennen, da der Steineichenwaldbegonnen hat, den ehemaligen Reitweg zurückzuerobern. Gelbe Pfeile und rote Punkte helfen aber bei der Orientierung. Nachdem wir einige Zeit durch niedrigen Steineichenbewuchs, in dem die Bäume –ein Zeichen hoher Luftfeuchtigkeit –dicht mit Flechten bewachsen sind, aufgestiegen sind, stehen wir wiederhoch über der Steilküste.


Balearen Johanniskraut

Auf dem Berggrat geht es weiter bis zum etwa 150 m entfernten Gipfel Pouet (855 m), wo sich eine weiße Vermessungssäule befindet (1. 30 Std.). Hier blickt man weit über die Ebene von Palma. Die Sicht zur Westküste ist hingegen durch Eichenwald versperrt. Wir erkennen nun in nördlicher Richtung bereits einen zweiten, höheren Gipfel, wo sich die Ruine einer Schutzhütte befindet, die Erzherzog Ludwig Salvator hatte errichten lassen. Unser Weghält, weiter dem Berggrat folgend, auf die Hütte zu (1. 40 Std.).
Vom Gipfel des Veiá (867 m)ergibt sich ein noch besserer Ausblick.

Jetzt schauen wir nach Norden Richtung Deià. Rechts daneben ragt die Felswand des Caragolí (944 m)empor. Von der Hütte aus gehen wir nun zunächst ein paar Meter zurück, wo wir gleich hinter der nächsten Kurve auf einen Pfad treffen, der rechts abzweigt. Er ist durch rote Punkte markiert. Kurz darauf befinden wir uns wieder auf dem Reitweg des Erzherzogs. Es ist zwar auch möglich, von der Hütte direkt zu dem schon von oben erkennbaren Weg hinunterzugehen, doch führt der Abstieg überlockeres, rutschiges Gestein. Steil geht es dann in Serpentinen auf dem sehr steinigen Pfad bergab, stets die Felswand vor Augen. Bald stehen wir an einer Wegkreuzung auf dem Coll des son Gallard (2 Std.). Hier befindet sich ein Anstand von Vogeljägern. Rechts werden wir später nach Valldemossa zurücklaufen. (Keineswegs links Richtung Westküste absteigen, dieser Pfad endet an einer Finca!)

Zunächst können wir aber einen Abstecher zu der Höhle eines Einsiedlers machen, indem wir geradeaus auf dem wieder ansteigenden Reitweg weitergehen, eine Steinbank passierend. Nach fünfminütigem steilen Anstieg zweigt rechts, bei einem mit undeutlichen roten Punkten markierten, größeren Gesteinsbrocken ein schmalerer, aberdeutlich zu erkennender Weg ab. Kurz darauf passieren wir einen Durchlaß in einer Begrenzungsmauer, gleich dahinter sieht man vorauseinen gemauerten Pferch für Schafe. Diesen betreten wir und treffen dort auf den Eingang zu der Cova de s´Érmita de son Moragues. Der Höhle sieht man an, daß sie noch heute hin und wieder genutzt wird. Gleich hinter dem Eingang befindet sich eine Altarnische mit Heiligenbildern und Kerzen. Ein schlichtes Holzkreuz ziert den Felsblock, der sich über dem Höhlendach auftürmt.

Wir kehren zum Coll de son Gallard zurück (2. 20 Std.)und wenden uns nun nach links, wo wir dem breiten, durch rote Punkte markierten Weg bergab folgen. Durch Steineichenwald, in dem wir wiederumzahlreiche Ruinen von Kohlenmeilern antreffen, geht es über die sanftabfallende Hochebene Pla des Pouet hinab zur Font des Pouet (2. 30Std.), die wir bereits vom Hinwegkennen. Von nun an laufen wir auf dem uns schon bekannten Weg zurück nach Valldemossa (3 Std.).

Der Naturpark Son Moragues

Der Naturpark Son Moragues erstreckt sich am Westhang des Teix. Im Norden bilden die über 900 m hohen Steilhänge des Estret de son Gallard den abrupten Übergang zur Küste. Die Steineichenwälder des Parks sind für viele seltene Tierarten eines der letzten Refugien auf Mallorca. Weniger in Erscheinung treten Säugetiere (Steinmarder, Ginsterkatze), wenn man einmal von den halbwilden Ziegen absieht. Im Gegensatz zu früher werden heute nur noch selten Schweine zur Eichelmast in die Wälder getrieben. Besonders artenreich ist hingegen die Kleinvogelwelt. Der Vogelfangplatz am Coll de son Gallard erinnert an die einst weitverbreitete Jagd auf Kleinvogelarten, die auch heute noch hin und wieder betrieben wird. Sternförmig verlaufende Waldschneisen führen dort auf einen Platz zu, wo die Vogelfänger an zweiaufrechten Stangen ein Netz befestigen. Sobald sich ein Schwarm von Rotkehlchen oder Drosseln niedergelassen hat, lassen sie das Netz von ihrem Versteck aus auf die Vögel niederfallen.
Viele Jahrhunderte lang betrieben Köhler und Kalkbrenner auf den Hochebenen bei Son Moragues ihr Gewerbe, worauf Reste ihrer Arbeitsstätten hinweisen. Die Steineichenwälder lieferten genügend Holz für Kohlenmeiler, und die gewonnene Holzkohle diente zum Befeuernder Kalköfen. Auf ihren Karrenwegen verläuft heute zum Teil die Wanderroute.

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Kommentare (6)

  1. Martin am 24.05.2015
    Die Wegbeschreibung scheint schon recht veraltet.
    Der Reihe nach:
    Parkplatz ist soweit ok, jedoch verkompliziert geschrieben. Wirkt als habe jmd. nur übersetz, aber selber dort niemals mit dem Auto unterwegs gewesen.
    Weiter, wird geschrieben, man wandere durch eine Plantage. Es geht zwischen zweien neben den Zäunen durch. Mittlerweile ist die Wanderung ein privats Gebiet eines Naturschutzverbandes. Daher gibt es eine Einweisung an einem Infostand und man gibt seine Daten an. Es wird der Zugang reglementiert, um die Mönchsgeier und die Natur zu schützen.
    Hier geht es nun wie beschrieben einen Weg entlang, welcher stellenweise mehr an ein ausgewaschenes Bachbett erinnert. Man folgt dem Weg und muss keine Gatter überwinden. Vor der Quelle gibt es keine Blockade aus Steinen. Lediglich geht man den breiten Weg kurz weiter, guckt in die Quelle und geht dann den Weg zurück, um die Serpentinen zu überwinden. Hier findet man keine roten Punkte. Einfach dem Weg folgen. Abkürzungenu suchen macht keinen Sinn, warum davon erzählt wird ist fraglich.
    Oben angekommen empfängt ein weiterer Wildhüter uns und erklärt den Weg. Roten Punkten zu folgen macht Spaß und konfus. Geht die Route rückwärts. Bei dem Infostand auf dem Plateau recht halten. Über schmale Pfade geht es den Berg hoch, erst Richtung Deia, dann zur Höhle des Einsiedlers. Dort gegenüber durch die Mauer. Oben am Pfad links und dann den Weg immer schön folgen. An der Kreuzung gerade aus. Hier kann man evtl. Den roten Punkten folgen. Am besten hat man aber eigene Karte sich von den Wildhütern aushändigen lassen oder die Infotafel fotografiert.
    Die roten Punkte helfen insofern dass die Wege teils erkennbar sind. Diese Punkte sind auf Felsen zwischen Boden und Kniehöhe zu finden.
    Durch den Naturschutzverband ist einiges verändert und die Route passt einfach nicht mehr so genau. Findet einfach euren Weg. Ich denke es macht es wirklich einfacher oben am Plateau recht rum gehen und sich dann links halten.
    Aussichten waren klasse. Dauer mit dem Schlenker zur Höhle aber nicht zurück und viel Gespräch mit den Wildhütern ergab bei uns 3,5h
    Also alles im Rahmen.

    Lieben Gruß nd viel Spaß
  2. Siedentopf am 16.11.2015
    Ich hatte mir alle Infos schön ausgedruckt..... Wir haben jedoch den Startpunkt nicht ausfindig machen können. Wir sind dann etwas planlos durch die Gegend gelaufen, was ziemlich frustrierend war!!!
    1. Ernst Reinwein am 10.01.2016
      siehe das 3. Kommentar zur Wanderung auf dem Reitweg des Erzherzogs.
  3. Ernst Reinwein aus Wien am 05.01.2016
    Am 5.Jänner 2016 haben wir die sonnigen Höhen des Naturparks bewandert. Zu obigem Text erlaube ich mir festzustellen, dass die Anfahrtbeschreibung viel zu kompliziert ist. Mit dem Bus von Palma nach Valldemossa (30min, unter 3€). Von der Busstation 165m in Fahrtrichtung weitergehen, dann rechts die Gasse mit dem Namen "Carrer de Bartomeu Ferra Pintor" hinauf und weiter oben links in die "Carrer de les Oliveres" abzweigen. Am Ende dieser Strasse beginnt der Wanderweg und es ist links vorne das Informationshäuschen zu sehen. Dort ist auch eine örtliche Wanderkarte gegen Spende erhältlich. Seit einem Jahr ist das Gebiet privat und die Besitzer ersuchen sich vor dem Besuch kostenlos bei valldemossa@procustodia.org anzumelden, denn pro Tag dürfen nicht mehr als 50 Wanderer dieses Naturschutzgebiet betreten. Ernst Reinwein aus Wien
  4. Johanna am 28.09.2016
    Ende September habe ich die dieses Wandergebiet besucht; mir war durch einen schon älteren Wanderführer die oben beschriebene Reglementierung nicht bewußt.
    Für NICHT angemeldete Wanderer wie mich gibt es eine schöne Route im öffentlich zugänglichen Bereich, die am Infohaus erklärt wird (inkl. kleiner Gratis-Karte zum Mitnehmen).
    Die Route über Ses Fontanelles, Pla de Artiges, Cami de l'Arxiduc, Cova de s'Eremità Guillem dauerte ca. 4,5 Stunden mit Pausen.

    Wer mit dem Auto anreist sollte Kleingeld für den Parkautomaten nicht vergessen; es gibt fast keine kostenfreien Parkplätze und die ansässigen Menschen sind nicht gewillt, Geld zu wechseln. Auch nicht in Verbindung mit einem Einkauf im Supermarkt.
  5. Helmut am 12.03.2017
    Wir waren in 2016 da, der Weg durch die Stadt ist gut beschildert und dann kommt man an den Checkpoint, wo die Anzahl der Wanderer durch eine Registrierung begrenzt wird.
    Nur weiß niemand, wie und wo man sich für die Liste eintragen lassen kann.
    So sind wir weiter rechts den ebenfalls beschilderten Weg gegangen, der deutlich weiter ist, allerdings auch nicht so steil. Schließlich kommt man oben am Arxiduc an, wo wir etwas abenteurlich (aber bezeichnet) den GR221 nach Deja abgestiegen sind.
    Alles in allem eine ausgedehnte Tagestour, nur der Abstieg ist schwer zu finden, hier NICHT auf eigene Faust einen Weg suchen, es ist ein Felsabbruch, der unpassierbar ist.

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