Über den Coll des Carcolés zu den Bini-Fincas

Mit ihren offenen Kiefernwäldern und den zu bizarren Gebilden aufgetürmten Felsbrocken mutet die Landschaft rund um den Coll des Carcolés nordisch an. Vorbei an Felsstufen und Wasserfällen verläuft der Weg hinab in eine fruchtbare Hochebene.

Die Wanderung in Kürze
Anspruch: ++
Gehzeit 3,3 Std.
An-/Abstieg:  400 m
Länge:
Charakter: Mittelschwere Wanderung auf breiten Waldwegen und schmalen, teils steinigen Saumpfaden
Ausrüstung:
Wanderkarte: Topographische Karte 1:50 000, Blatt Sóller
Einkehr- Möglichkeiten: keine
Anfahrt:

Mit dem Pkw:
Von Palma auf der 711 nach Sóller und weiter auf der710 Richtung Pollença/Lluc. Ca. 1 km vor dem Tunnel am Cúber Stausee (bei Km 38, 1) zweigt links der Wanderweg ab; ober- und unterhalb der Abzweigung kann man am Straßenrand parken.


Mit dem Bus:
Von Palma jeweils 5 x tägl. per Bus oder Bahn nach Sóller. Von dort verkehrt (1. Mai –31. Okt. ) ein Anschlußbus Richtung Port de Pollença. Man sagt dem Busfahrer, daß man vor dem Tunnel am Cúber Stausee aussteigen möchte. Auf dem Rückweg bietet es sich an, zunächst an der Straße entlang Richtung Sóller bis zum Mirador de ses Barques hinabzulaufen (etwa 7 km) und im dortigen Restaurant auf den Bus zu warten.

Hinweis:

Während der Jagdsaison im Herbst –aber hin und wieder auch zu anderen Zeiten – werden Wanderer auf diesem(privaten)Weg nicht gerngesehen. Der Aufforderung, das Gelände zu verlassen, sollte man ohne zuzögern nachkommen!

Höhenprofil:
(bitte auf das Bild klicken für Großansicht)
Karte:

Karte (bitte klicken)

 

Einsame Bergwelt Mallorcas erkunden

 

Unsere Route zweigt von der Strasse Söller - Lluc bei Km m 38,1 etwa 1 km vor dem Tunnel am Cúber Stausee links im spitzen Winkel ab. Es handelt sich um einen breiten, steinigen, gleich zu Beginn steil ansteigenden Fahrweg, der zur Straße hindurch eine Mauer abgestützt ist.

Schon nach etwa 50 m wird der Fahrweg durch ein Eisentor versperrt. Fußgänger können aber ohne weiteres passieren. Bald geht es dann sanfter weiter. Hin und wiederlichtet sich der Steineichenwald und erlaubt einen Blick nach links in den Talkessel von Sóller und hinüber zum Höhenzug der Serra d ’Alfàbia. Nach 10 Min. treffen wir auf ein weiteres Tor, an dem in schmiedeeisernen Lettern ›Bini Gran‹ zu lesen ist. Wir lassen es verschlossen zurück. Der Wald ist jetzt lichter und besteht zum größten Teil aus Aleppokiefern. Darunter wächst Dißgras in riesigen Büscheln.

Die Landschaft wirkt wie ein großer Steingarten

5 Min. später passieren wir die Quelle Fonteta, die sich rechts des Weges aus einerummauerten, efeuumrankten Höhlung in ein Wasserbecken ergießt. Hinter der nächsten Kurve gabelt sich der Weg. Wir wählen den linken, breiteren Abzweig. Nach vorübergehend recht steilem Anstieg mündet bald darauf von rechts ein weiterer breiter Weg, den wir nicht beachten.

Nun sind es nur noch etwa 50 m geradeaus, und wir stehen auf Coll des Carcolés (30 Min. ), wo wir einen schönen Blick auf die bizarre Felslandschaft der Nordwestküste Mallorcas genießen. Links erhebt sich etwas abseits des Weges Kreuz, das 1985 in Erinnerung an die alte Kapelle Sant Salvador aus dem13. Jh. , die sich einst an dieser Stelle befand, errichtet wurde. Es lohnt sich, zu dem Kreuz hinüberzugehen, denn von dort blickt man hinüber zum Puig Major, dem höchsten Gipfel Mallorcas mit seinen Radarkuppeln.
In der Nähe des Kreuzes befindet sich eine Häuserruine, an der wir rechts vorbei und dahinter geradeaus weiter auf einem zunächst kaum zu erkennenden Pfad gehen. Zur Orientierung kann ein kleiner, tischförmiger Fels dienen, der etwa 50 m hinter der Ruine am Wegrand steht. Links schauen wir auf den Fahrweg, den wir heraufgekommen sind. Die Radarkuppeln auf dem Puig Major lassen wir direkt hinter uns.

Bald wird der Pfad deutlicher und führt auf eine Felsscharte zu. Nachdem wir diese passiert haben, blicken wir in ein fruchtbares Hochtal hinunter, in dem sich die Finca Bini Gran befindet. An einem eingezäunten Feld geht es links vorbei und dann einen kargen, von Schafen beweideten Hang hinab auf eine bewaldete Talmulde zu. Sobald die ersten Bäume erreicht sind, führt der Weg durch dichtes Dißgras und ist stellenweise nur schwer zu erkennen. Er beschreibt eine scharfe Rechtskurve und hält sich dann in der Talmulde am linken Waldrand abwärts. Später wechselt er zum rechten Talrand über. Hier, im Schatten hoher Kiefern, st der Pfad von Nadelstreu bedeckt und teilweise moosbewachsen, wodurch er recht rutschig sein kann.

Nach insgesamt 1 Std. Gehzeit verlassen wir den Wald und halten uns zunächst weiter geradeaus am rechten Talrand. Die Orientierung ist in diesem Abschnitt wiederum recht schwierig. Etwa 50 m hinter dem Waldrand geht es links, einen einzeln stehenden Baum passierend, in Richtung Talgrund. Kleine Felspyramiden helfen beim Auffinden des Pfades. Links an einem auffälligen Felsklotz vorbei gehen wir direkt zum gerölligem Bachbett hinunter, das nur in den Wintermonaten ein wenig Wasser führt. Im Talgrund laufen wir weiter abwärts. Nach ca. 30m wechselt der Pfad an einer durch eine Steinpyramide gekennzeichneten Stelle auf die andere Seite des Bachbettes hinüber. Von diesem entfernt er sich nun und hält, eine kleine Kieferngruppe zur Linken lassend, auf eine zerklüftete Felsgruppe zu. Diese umgehen wir rechts. Auch hier helfen wieder Steinpyramiden bei der Orientierung.


Eine Trockensteinmauer verläuft etwa 50 m rechts des Weges. Nun blicken wir in eine bewaldete Talmulde hinunter, in die sich von einer Felsstufe herab in den Wintermonaten Wasser ergießt. Wir halten uns oberhalb der Felsstufe und gelangen an ein Holzgatter, das wir passieren und verschlossen!! hinterlassen. Weiter geht es auf dem alten Saumpfad zunächst parallel zum Hang weiter, dann in den Kiefernwald hinab. Dieser Wegabschnitt ist recht steinig. Im Talgrund kommt eine Trockenmauer in Sicht. Wir gehen nicht zu ihr hinunter, sondern orientieren uns an einer links aufragenden Felsgruppe. An dieser Stelle ist die Orientierung abermals sehr schwierig! Im Zweifelsfall hält man sich eher links und läuft dann am Fuß der Felsgruppe mehr oder weniger hangparallel weiter.

Der Wald lichtet sich, kleine Steinpyramiden weisen wieder den Weg. Wir steigen zu einer Scharte in der Felsgruppe hinauf. Dahinter ist die Finca Bini Gran zu erblicken.


Dißgras am Wege

Der wieder deutlich auszumachende Pfad führt durch Buschlandschaft in das Hochtal hinab. Bald tritt er erneut in Wald ein, wo sich der Weg gabelt (1. 30 Std. ). Wir ignorieren den breiten, hohlwegartigen Abzweig zur Rechten und halten uns links weiter auf dem Pfad, der durch Steinpyramiden markiert ist. Bald gelangen wir aus dem Wald heraus auf eine große Freifläche, die von Trockenmauern durchzogen ist. Rechts am Waldrand entlang geht es weiter. Etwa 100 m weiter queren wir eine schmale, halb verfallene Wasserrinne und treffen dahinter auf einen breiten Feldweg. Auf diesem gehen wir rechts. Unsere Route führt nun durch landwirtschaftlich genutztes Gebiet. Sorgfältig bestellte Felder sind von Mauern und Zäunen umgeben, Esel stehen auf der Weide. Links sehen wir das Gehöft Bini Gran. Wir passieren ein Eisentor(1. 45 Std. ) und überschreiten gleich darauf einen breiten Bach auf einer Betonbrücke. Dahinter setzen wir unsere Wanderung auf dem geradeaus führenden Feldweg weiter fort.

Nach insgesamt 2 Std. Gehzeit treffen wir auf den Zufahrtsweg zur die Finca Bini Gran, der durch ein Eisentor versperrt ist. Wir biegen hier rechts ab und steigen bergan, die mächtige Felswand des Puig Major vor Augen. Bald passieren wir ein Wasserspeicherbecken und durchschreiten eine flache Talmulde mit aufgelassenen Terrassenfeldern. Weiter geht es recht steil aufwärts bis zu einer Gabelung, an der wir uns auf der breiteren Piste rechts halten (2.15 Std. ). Wir befinden uns nun auf dem Camí des Cingles der uns am Fuß des Puig Major entlangführt.

Mit geringerer Steigung geht es jetzt fast höhen parallel weiter. Nach 2.30 Std. Gehzeit sehen wir links am Wegrand eine Quelle und passieren kurz darauf einen Mauerdurchlaß. Hohe Aleppokiefern säumen den Weg und sorgen im Sommer für angenehmen Schatten. Rechts fällt der Blick hinab zum tief unter uns liegenden Meer. Dort erhebt sich auf dem Morro des Forat einer der alten Wachtürme, die im 17. Jh. wegen der Piratengefahr errichtet wurden. Voraus ist schon der Coll des Carcolés zu erkennen, wo wir auf dem Hinweg von der Piste abgebogen sind. Bis dorthin steigt unser Weg nun langsam und gemächlich an.
Nach ca. 3 Std. ist die Passhöhe erreicht. Wir folgen der schon vom Hinweg bekannten Piste weiter geradeaus, bis wir unseren Ausgangspunkt wieder erreicht haben (3. 30 Std. ).

Kommentare (1)

  1. Thomas am 26.05.2015
    Haben diese Wanderung 2015 gemacht - sie ist wirklich toll und es gibt herrliche Ausblicke.
    Ein paar Anmerkungen zur Beschreibung:
    - das zweite Eisentor war verschlossen, aber ein paar Meter links davon konnte man über die Steinmauer klettern.
    - an der Stelle "An einem eingezäunten Feld geht es links vorbei und dann einen kargen, von Schafen beweideten Hang hinab auf eine bewaldete Talmulde zu." wo es zum dichteren Wald geht sollte man ein paar Meter weiter links gehen - tolles Aussicht und dann zurück zum Wald.
    - Der Weg durch den Wald war schwer zu finden, da es viele Trampelpfade gibt und der Weg oft durch umgestürzte Bäume versperrt ist. .... einfach talwärts halten.
    - verlässt man den Wald ist da nicht nach 50 Meter ein einzelner Baum.... es sind mehrere. Da ist ein schön ersichtlicher Weg- der ist aber falsch da er nach rechts weggeht - also nach 50 Meter einfach nach links über das Bachbett und gleich weiter zu der beschriebenen Steingruppe.
    - Auf die Steingruppe hinauf und man kommt an einen Zaun mit Leiter.
    - Der Saumpfad parallel zum Hang war klar aber nicht zu weit hinunter denn wir landeten plötzlich ganz unten an der Trockenmauer - gingen dort weiter bis der Fels an diese Mauer kommt und gingen dort wieder hoch. Dort zwischen den Felsen sieht man ein kleines Tor - da muss man durch.
    - Unten im Tal kamen wir etwas zu weit rechts heraus - gingen links bis zu der genannten Freifläche.
    Hier hat es sich etwas geändert, denn dort sind Zäune, aber auch mit Tritten versehen dass man darüber steigen kann und dann sieht man auch die Wasserrinne.
    - Das Eisentor vor der genannten Steinbrücke war fest verschlossen.... wir stiegen rechts davon über den Stacheldrahtzaun.... ich vermute da dort Schafe und Pferde waren, wollte man verhindern dass jemand verigsst das Tor wieder zu schließen. So kamen wir auch zur Brücke.
    - Der Weg ging weiter aber auch das zweite Tor war fest verschlossen und wir mussten über die Steinmauer klettern.
    Dann ging es hoch an dem genannten Wasserspeicher vorbei und ganz oben rechts.... von da an war der Weg ohne Tücken und wie beschrieben.
    Es war ein tolles Erlebnis, aber man sollte sich schon gut orientieren können

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