Von Andratx auf die Serra Garrafa

Durch ein enges Tal windet sich der Weg zum Hochplateau der Serra Garrafa. Auf dem langgestreckten Bergzug ergeben sich immer wieder schöne Ausblicke zu allen Seiten. Dann geht es talabwärts zurück nach Andratx.

Die Wanderung in Kürze
Anspruch: ++
Gehzeit 3 Std.
An-/Abstieg:  350 m
Länge:
Charakter: Mittelschwere Wanderung mit steilem Anstieg auf einem schmalen, steinigen Pfad. Auf dem Plateau ist die Orientierung teilweise nicht ganz einfach. Der Abstieg erfolgt auf einem breiten Fahrweg.
Ausrüstung:
Wanderkarte: Topographische Karte 1:50 000,BlattAndraitx (Andratx)
Einkehr- Möglichkeiten: Nur in Andratx
Anfahrt:

Mit dem Pkw:
Von Palma auf der PM1 und weiter auf der 719 nach Andratx; dort am Ortseingang in der Nähe der Tankstelle parken


Mit dem Bus:
Von Palma (etwa stündl.) über Peguera nach Andratx; am Ortseingang beider Tankstelle aussteigen.

Hinweis:

 

Höhenprofil:  
Karte:

Karte (bitte klicken)

 

Bergrücken mit atemberaubender Aussicht belohnt den Mallorca-Wanderer

Von der Tankstelle in Andratx geht man zunächst an der Hauptverkehrsstraße entlang aufwärts Richtung CollAndritxol. Nach etwa 500 m, noch vor der Passhöhe, zweigt links ein asphaltierter Fahrweg ab (10 Min.). Ein Eisentor versperrt die Durchfahrt. Fußgängerkönnen es jedoch rechts oder links umgehen. Nach etwa 150 m, nachdem der Fahrweg aus einem Felseinschnitt herausgetreten ist, zweigen wir noch vor einem größeren, einsam stehenden Gebäude links ab und halten uns dann vor einem Tormit Durchfahrtsverbotsschild rechts auf einem schmalen Pfad an einem Zaun entlang.

Dahinter läuft man weiter gerade aus, in den Wald hinein, und erreicht dort nach ca.100 meine Gabelung. An dieser gehen wir, einem aus Steinen zusammengelegten Pfeil folgend, links und befinden uns nun auf einem Serpentinenweg, der sich einen steilen Bergrücken hinaufwindet. Im weiteren Verlauf dienen Steinmännchen in dichter Folge der Orientierung. Aleppokiefern spenden angenehmen Schatten. In den Felsen am Wegrand gedeihen Zwergpalmen.

Der Weg wird nun steiniger, der Anstieg steiler. Der Wald lichtet sich, und nach ca.40 Min. können wir erstmals einen Blick zurück zur Küste bei Port d ’Andratx werfen. Bei sehr klarer Sicht ist am Horizont die Nachbarinsel Ibiza zu erkennen. Aus dem lichtdurchfluteten Felsenmeer, das uns hier umgibt, ragen im Frühjahr die Blütenstände des Affodills und im Sommer die ebenfalls weißen Blüten der Großblättrigen Meerzwiebel. Wir passieren die Reste eines weiteren Kohlenmeilers (45 Min.). Immer steiler wird nun der Anstieg. Bald ist kaum noch ein Talgrund zu erkennen, und der Pfad windet sich nun links am Hang weiter empor, durch gelbe Punkte und kleine Steinpyramiden gut markiert.

Dann bietet sich ein hervorragender Panoramablick über die Bucht von Port d ’Andratx.

Nun ist es nicht mehrweit, und wir stehen auf dem Kamm eines Ausläufers der Serra Garrafa. Damit ist der anstrengendste Teil der Wanderung bewältigt.
Hier gabelt sich der Pfad, wir wenden uns nach rechts, leicht ansteigend den gelben Markierungspunkten und Steinpyramiden folgend. Port d ’Andratx ist nun rechter Hand zu sehen. Wir laufen über stark verkarstetes, zerklüftetes Kalkgestein. In den Felsspalten gedeihen Aleppokiefern und Mastixsträucher. Bald stehen wir auf dem eigentlichen Bergrücken der Serra de Garrafa (1 Std.), wo wir voraus nach Santa Ponça und in die Bucht von Palma schauen. Hier treffen wir auf einen mit Steinpyramiden markierten Pfad, er dem Kamm folgt. Auf ihm halten wir uns links.

Dann sehen wir links voraus auf dem benachbarten Gipfel des Garrafa einen Brandwachturm, unser nächstes Ziel. Geradeaus blicken wir auf den Ort Calvià mit seiner überdimensionalen Kirche, der in eine weite Talmulde eingebettet ist. Wenig später kann man zur Linken einen ersten Blick auf Andratx werfen .Der Weg steigt sanft zu einem Sattel hinab und quert dort einen kleinen Kiefernhain. Dann geht es an der Flanke des Garrafa aufwärts. Wir passieren einen winzigen, durch blaue Farbflecken markierten Hubschrauberlandeplatz und halten weiter durch extrem steiniges Gelände auf den Brandwachturm zu. Weiterhin helfen gelbe Punkte bei der Orientierung. Nach 1.30 St d. ist der Gipfel des Garrafa (462 m) und damit der höchste Punkt der Wanderung erreicht. Von hier aus bietet sich eine hervorragende Rundumsicht über den Südwesten Mallorcas.

Wir steigen vom Wachturm etwa 20 m in östlicher Richtung, den Ort Calvià direkt vor Augen, die Flanke des Berges hinunter und gehen dann auf dem nun wieder deutlich erkennbaren Pfad nach links auf eine Kieferngruppe zu. Dann geht es zu einem weiteren Sattel hinunter. Der Pfad verläuft von hier zunächst ein paar Meter am linken Rand der Verflachung. Hier darf man auf keinen Fall links abzweigen, wo gelbe Farbpunkte und Steinpyramiden einen direkt zur Tankstelle von Andratx hinabführenden, aber wegen der Rutschgefahr auf gerölligem Untergrund nicht empfehlenswerten Pfad markieren!


Olivenhain bei Andratx

Unser (hier recht undeutlicher) Pfad ist wieder besser zu erkennen, sobald er aus dem Wald heraustritt, um sich den gegenüberliegenden Hang hinaufzuwinden. Dem Bergkamm folgend geht es dann ohne größere Höhenunterschiede weiter. Nach Passieren einer Felsgruppe, die linker Hand aus dem Kamm herausragt, läuft man durch schattigen Kiefernwald sanft bergab .Im weiteren Verlauf lichtet sich der Wald, man wandert über eine mit wilden Ölbäumen und Zwergpalmen bestandene steinige Hochfläche. Später hält sich der Weg an der Ostflanke des Bergkammes und verliert nun allmählich an Höhe. Die Route ist hier durch rote und gelbe Punkte markiert.
Nach rund 2 Std. passieren wir einen Durchlaß in einer dicken Steinmauer. Wenig später überqueren wir eine kleine Lichtung und halten uns dahinter, den gelben Markierungen folgend, links auf einem breiten Waldweg abwärts. Schon nach wenigen Metern tritt der Weg aus dem Wald heraus und verläuft an dessen unterem Rand weiter bergab, zur Linken einige aufgelassene Terrassenfelder. Wir halten auf ein einsames, nur noch zeitweise genutztes Bergbauernhaus zu und biegen vor dessen Gelände, das durch ein Gatter versperrt ist, links ab. Es geht zwei steile Treppenstufen hinunter und dann auf einem schmaleren, gelb markierten Weg zwischen zwei Zäunen unterhalb der Bauernkateweiter. Etwa 75 m hinter der Abzweigung treffen wir auf eine breite Forstpiste, auf der wir abwärts gehen. Dieser Weg ist nur für geländegängige Fahrzeuge brauchbar und wird dementsprechend selten genutzt.

Wir passieren ein schlichtes Wochenendhaus (2.15 Std.).Der Fahrweg hält sich hier am Rand eines flachen Hochtals, dessen Grund als Olivenplantage genutzt wird, während sich an den Hängen Kiefernwald ausdehnt. Am unteren Rand quert die Piste das Tal. Man blickt nun auf den bereits deutlich nähergerückten Ort Andratx. Durch schattigen Wald, in dem im Winter die vielblütige Heide rosafarbene Akzente setzt, geht es steiler abwärts. Nach links oben kann man ab und zu noch einmal einen Blick auf die nach Südwesten sehr steil abfallenden Felswände der Serra Garrafa werfen, auf deren Kamm wir zuvor entlanggewandert waren.

Dann treffen wir wieder auf landwirtschaftlich genutztes Gelände. Es kündigt sich durch einige besonders knorrige Exemplare des Ölbaums an. Gleich darauf passieren wir eine kleine Finca (2.30 Std.),in deren Garten Zitrusfrüchte und subtropische Blumen gedeihen. Hinter einem weiteren kleinen Haus mit traditionellem, nach einer Seite abgeschrägtem Dach trifft unsere Piste auf einen breiteren Fahrweg, dem wir nach links folgen. Durch Plantagenland und vorbei an weiteren Bauernhöfen gelangen wir an ein Stopschild, hinter dem eine breitere Straße verläuft. Gegenüber befindet sich eine große, moderne Schule.

An dieser Stelle gehen wir nun links bis zur Einmündung in die Hauptstraße von Antraitx halten uns erneut links und erreichen schon bald den Ausgangspunkt unserer Wanderung (3 Std.).

Kommentare (6)

  1. M.Ulbrich am 14.05.2015
    Eine Woche vor Ostern (2015) haben wir diese Wanderung gemacht. Beim Einstieg gab es keinerlei Hinweise, dass der Weg gesperrt sei. Bis zum Brandwachturm haben wir es mit viel Phantasie geschafft. Dann schien der Weg zunächst leichter und besser markiert zu sein, bis wir vor nahezu unüberwindlichen Toren und Stacheldrahtzäunen (5!!!) standen. Ganz offensichtlich sind Wanderer hier nicht erwünscht. Schade.
  2. Albert am 15.05.2015
    Vielen Dank für diese Wanderbeschreibung! Ich kann das bestätigen mit diesen Toren und Hindernissen. Außerdem schien jemand Steine in den Weg gelegt zu haben. Das ist wörtlich zu nehmen. Der Typ, der im Wachtturm Dienst hatte, bestätigte uns allerdings, dass dies der Weg nach Andratx sei. Wir kamen dann auch durch und genossen die Aussicht.
  3. Marius am 22.06.2016
    Toller Wanderweg mit Superaussicht! Vielen Dank für diesen Tipp! Begangen am 22.06.2016.

    Der Einstieg ist etwas schwer zu finden, da die Straße keinen Bürgersteig o.ä. aufweist. Dann geht es aber gut erkennbar nach oben.

    ACHTUNG: SPERRUNG des beschriebenen Rückwegs kann ich bestätigen. Wir mussten auch 5 hohe Gattertore beklettern, um wieder nach Andratx zu kommen.

    Besser: Der Wachturmmann riet uns, nach dem Turm den gelben Punkten zu folgen und 10 Minuten hinter dem Gipfel schon links runter ins Tal anzubieten. Lt. Wachmann ca. 1 Stunde Restdauer. Entspricht dem im Artikel genannten Weg direkt zur Tankstelle.

    Noch ein Hinweis: Laut Aussage des Wachmanns wird der Feuerturm dieses Jahr noch abgerissen. 2017 soll dann dort ein neuer Aussichtsturm entstehen.
  4. Alice am 15.01.2017
    Wir haben heute, am 15.1.2017, diese "Wanderung" absolviert, ohne zu wissen, worauf wir uns bei dieser "mittelschweren Wanderung" einließen.

    Nachdem wir den Einstieg endlich fanden, indem wir durch einen rostigen Maschendrahtzaun kletterten, konnten wir den Weg durch zahlreiche Steinmarkierungen sowie aufgrund der Tatsache, dass es zunächst auf einem einzigen Steinpfad nach oben ging, gut finden. Verlaufen war zunächst nahezu unmöglich.

    Beim Abstieg fanden wir mit etwas Glück den Wachtturm, der allerdings verrostet, baufällig und im Übrigen verschlossen war. Wir liefen im Folgenden zur falschen der beiden Kiefergruppen, von denen lediglich eine erwähnt wurde und fanden schließlich nach längerem Suchen und herumklettern auf dem Kamm des Berges den "gut sichtbaren Pfad" wieder.

    Da wir der Beschreibung nach jedoch auf keinen Fall links den markierten Pfad benutzen sollten, gelang es uns gerade noch die im Folgenden beschriebene Felsgruppe zu entdecken. Anstelle eines Fahrwegs fanden wir eine Art "Wasserfallbett". Da es zwischenzeitlich begann dunkel zu werden und wir den beschriebenen Weg zurück nach Andraitx offensichtlich völlig als den Augen verloren hatten, sahen wir uns gezwungen diesen steilen Abstieg aus Unterholz und Geröll zu wählen. Bis auf einige Bergziegen und das Skelett einer solchen hat sich hier anscheinend auch noch kein weiteres Lebewesen aufgehalten. Wir robbten uns panisch durchs dichte Unterholz sowie auf steilen felsigen Abhängen und umgestürzten Baumstämmen entlang, um fluchtartig den Berg zu verlassen.

    Einzig der Blick auf Andraitx gab uns währenddessen Hoffnung. Wir waren sehr glücklich, als wir Geräusche der Zivilisation (Autos, Hundegebell) hörten und schließlich ein privates Anwesen sichteten. Wir passierten dieses und gingen auf einem gut ausgebauten, asphaltierten Forstweg erleichtert in den Ort zurück.

    Wir empfehlen gutes Schuhwerk und starke Nerven sowie ausreichend Proviant, falls man sich tatsächlich zu einem solchen Abenteuer entschließen sollte.

    Sollte es dort oben tatsächlich einen Rückweg mit "sanftem Abstieg" gegeben haben, so war er jedenfalls nahezu unmöglich zu finden. Uns gelang dies offensichtlich nicht.

    Der kleine Ausflug bleibt uns selbstverständlich unvergesslich, was auch daran liegt, dass der Ausblick tatsächlich grandios war. Dafür herzlichen Dank an den Verfasser!
  5. Michael am 06.09.2017
    Wir unternahmen diese Wanderung am 02.09.2017.
    Zum Glück hatten wir sehr gutes Kartenmaterial (OpenstreetMap) und natürlich GPS, so konnten wir dem teilweisen sehr schwer erkennbaren Pfad doch folgen.
    Auch wir sind schließlich auf das verschlossene Tor, die Mauer mit Stacheldrahtzaun gestoßen und sind letztendlich umgekehrt. Der Weg abwärts ist durch das teilweise vorhandene Geröll sehr beschwerlich. Nach gut 6 Std. sind wir wieder am Ausgangspunkt (Tankstelle) - ziemlich erschöpft - angekommen.
    Und ja, der Brandschutz-Wachtturm ist in der Zwischenzeit durch einen neuen ersetzt worden.
  6. Voosling am 08.04.2019
    Ich kann nur jedem abraten, diese Tour zu machen. Der beschriebene Durchlass in einer dicken Steimauer, welchen ich mit Glück gefunden habe, entpuppte sich als verschlossenes, übermannshohes Eisentor mit einem Stacheldrahtaufsatz, der sich am Zaun auch nach links und rechts fortsetzte. Man braucht neben einem festem Willen auch eine gewisse Risikobereitschaft, das zu überwinden. Die Situation beim Bergbauernhaus ist so, dass man mit einiger Kraxelei auf dem Feld unterhalb des Bauernhauses daran vorbei schleichen muss, um gleich anschließend auf dem Forstweg wiederum ein übermannshohes Eisentor mit Stacheldrahtaufsatz überwinden zu müssen. Auf dem beschriebenen Fahrweg kommen dann noch mal 2 weitere übermabbshohe Eisentore, die es zu überklettern gilt. Auf dem letzten der unmissverständliche Hinweis, dass es sich um einen Privatweg handelt, dessen Betreten verboten ist. Wenn man Pech hat, kann man da sicherlich richtig Ärger bekommen. So ist die heutige (8.4.19) Situation.

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