Von Port de Pollença durch das Bóquertal zur Cala Vall de Bóquer

Für Ornithologen ist das Vall de Bóquer schon seit langem ein beliebtes Ausflugsziel. Besonders im Frühjahr und Herbst finden sichzahlreiche Vogelarten ein, die sich in dem baumlosen Bergtal gut beobachten lassen.

Die Wanderung in Kürze
Anspruch: +
Gehzeit 1,3 Std.
An-/Abstieg:  
Länge: 6 km
Charakter: Leichte Wanderung, zunächst auf breitem Schotterweg, später auf schmalerem Bergpfad, keine nennenswerten Höhenunterschiede
Ausrüstung: Fernglas
Wanderkarte: Topographische Karte 1:50 000, Blatt Pollensa (Pollença)
Einkehr- Möglichkeiten: Nur in Port de Pollença
Anfahrt:

Mit dem PKW:
Von Palma auf der PM27 nach Inca und weiter auf der 713Richtung Alcúdia. Ca. 5 km hinter der Abzweigung nach Campanet links auf der 220 nach Pollença und weiter auf der 710 nach Port de Pollença. Auf der Straße in Richtung Formentor (ausgeschildert)zum nordöstlichen Ortsrand, dort vor den letzten Wohnhäusern links zu einem Supermarkt einbiegen, wo sich ein großer rechteckiger Platz mit einer Kiefernallee befindet.


Mit dem Bus:
Von Palma 4 x tägl. (So nur 3 x), S ’Arenal 3 x tägl. (Mo –Sa)oder Can Picafort (8 x tägl. )zum Hafen von Port de Pollença. Dann ca. 10 Min. auf der Strandpromenade in nordöstlicher Richtung bis zum Restaurant Los Pescadores, dahinter links in die Avenida Bocchoris einbiegen. Kurz darauf überquert man die Hauptstraße und gelangt zum Ausgangspunkt der Tour (s. o. ).

Hinweis: Der Besuch von Galilea lohnt besonders zur Zeit der Mandelblüte (Januar/Februar).
Höhenprofil:
(bitte auf das Bild klicken für Großansicht)
Karte: Karte (bitte klicken)

 

Ein Paradies für Vogelfreunde

In Port de Pollensa, am oberen Ende des Platzes (s. o. ), beginnt der Privatweg (Camino Particular)zum Predio Bóquer; zu Fuß ist der Zugang gestattet. Die Finca Bóquer ist etwashöher am Hang hinter Baumwipfeln bereits an ihrem zinnengekrönten Turm zu erkennen. Nach wenigen Minuten ist das Einfahrtstor des Bauernhofs erreicht. Wenn es verschlossen ist, können Fußgänger problemlos durch eine kleine Pforte an der linken Seite passieren. (Ein Schild weist darauf hin, daß u. a. Fahrradfahren, Zelten und Klettern verboten sind.)

Etwa 100 m weiter stehen wir vordem Hofgebäude. Von der Terrasse vor dem Haus genießen wir die schöne Aussicht auf Port de Pollença und die weitgeschwungene Bucht mit ihren ausgedehnten Sandstränden. Den oberen Bereich des Hofgeländes begrenzt ein Eisentor, das wir passieren. Direkt dahinter folgt eine Gabelung, wir gehen rechts. Ein weiteres Eisentor ist zu durchschreiten, dann führt ein breiter Fußweg in das Bóquertal hinein.
Uns umgibt jetzt eine schattenlose Macchien Landschaft. Ziegen und Schafe lassen durch ihren Verbiß keine Bäume hochkommen. Links des Weges erstreckt sich der Talgrund, der auf beiden Seiten von schroffen Bergzügen flankiert wird. Nicht selten begegnen wir sogenannten Birdwatchers, englischen Vogelbeobachtern, die mit Ferngläsern einem in Großbritannien verbreiteten Hobby nachgehen.

Etwa 10 Min. nach Verlassen des Bóquer Hofes passieren wir einmächtiges Felsentor. Dahinter zweigen mehrfach schmale Pfade nach rechts ab, die wir ignorieren. Wir bleiben auf dem deutlich erkennbaren Hauptweg, der mit sanfter Steigung an der nordwestorientierten Flanke des Tales hinaufzieht. Späterqueren wir mehrere Begrenzungsmauern (Tancas), was dank der ins Mauerwerk eingearbeiteten Durchlässe nicht schwer fällt.
Mühelos erreichen wir nun den nur 101 m hohen Coll de Morral (30Min. ), der die Wasserscheide zwischen Nordund Südküste der Halbinsel Formentor bildet. Auf der Paßhöhe gabelt sich der Weg. Folgt man dem schmaleren, mit kleinen Steinpyramiden markierten Pfad nach rechts, so quert man mehrere flache Seitentäler, in denen sich dank der hier vorhandenen Feuchtigkeit die Vegetation besonders üppig entwickelt hat, und steht rechtunvermittelt an der Steilküste oberhalb der tiefblauen Cala Vall de Bóquer. Von hier hat man einen schönen Ausblick auf die fjordartige Felsbucht mit ihrem glasklaren Wasser. Zur Rechten ist das vorgelagerte Felseiland Es Colomer (Taubenfels)zu sehen.


Im Vall de Bóque

Man hält sich nun links oberhalb der Steilküste auf einem Pfad, der bald im Bogen ins Bóquer Tal hineinschwenkt und etwas an Höhe verliert. Vor einer halb verfallenen Einfriedung mündet der Pfad 5 Min. später in einen breiteren Weg, dem man nach rechts, also bergab, folgt. Dieser schlängelt sich hinab zum Talgrund. Jetzt sind es nach rechts nur noch wenige Meter bis zur Cala Vall de Bóquer (45 Min.). Bei ruhiger See bietet es sich an, ein erfrischendes Bad zu nehmen.

Auf demselben Weg geht es dann wieder talaufwärts, zurück bis zu der Einfriedung, wo eine Holzbank zur Rast einlädt. Hier im Talgrund wurden einst kleine Terrassenfelderangelegt, die durch Mauern vor weidenden Ziegen geschützt waren. Längst sind sie aufgelassen, die Mauern verfallen. Wir steigen nun in der Talmulde weiter aufwärts, verlassen diese oberhalb der ehemaligen Felder im Bogen nach rechts und gelangen auf einem breiten Fußweg wieder zum Coll de Morral (1 Std.).
Von dort geht es auf dem bereits bekannten Wanderweg zurück nach Port de Pollensa (1. 30 Std.).

Häufig sind am Wegrand die Blattschöpfe der Zwergpalme zu sehen, die dort, wo Ziegen und Schafe weiden, meist buschig wächst und keinen Stamm bildet. An geschützten Stellen kann sie aber Höhen von 3 bis 5 m erreichen. Abgesehen von der seltenen Kreta Dattelpalme, handelt es sich bei der Zwergpalme um die einzige ursprünglich in Europa heimische Palmenart. Auf Mallorca kommt sie vor allem in der Gegend von Andratx, bei Cala Rajada und auf der Halbinsel Formentor vor. Früher wurden aus ihren Fasern Körbe, Matten und Bespannungen für Stühle angefertigt.
Eine Anzahl seltener Vogelarten sucht das Bóquer Tal in den Frühjahrsund Herbstmonaten regelmäßig auf. In den Monaten März bis Mai und September/Oktober sind die Beobachtungsbedingungen am besten. Zu erwähnen sind Habichtsadler, Mönchsgeier, Bienenfresser Blauracken und Rotkopfwürger.

#4 Martin schrieb am 10.03.2011 14:02 answer

Die Wegbeschreibung von Nicole stimmt im wesentlichen. Vögel sind dort keine, dafür sehr viel Großwild (Ziegen). Der blühende Rosmarin ist sehjr schnön anzusehen.

#1 Nicole schrieb am 20.03.2009 20:29 answer

Danke für den guten Tipp und sehr genaue Beschreibung. Stand heute im März 2009 gibt es ein paar mehr Verkehrskreisel, die die Tourenbeschreibung etwas verändert. Man fährt Richtung Formentor und gleich am letzten Kreisel in Port de Pollentia ist links der Parkplatz für den Fußweg.

 

Der Weg führt ohne Probleme gradewegs durch das Tal zum Meer hinunter. Mit unseren 2 Kids (5 + 6 J) war es gar kein Problem und als schöne Familienwanderung anzusetzen. Leider haben wir keine Geier gesehen oder irgendwelche anderen grösseren Vögel. Egal, es war eine sehr schöne Wanderung und gut zu empfehlen.

#3 Daniel schrieb am 19.09.2009 15:52 answer

Wir waren Februar 2009 dort und es war echt wunderschön! Der Rosmarin hat gerade geblüht und wir haben in der Bucht richtig schöne, große Muscheln gefunden. Der Ausblick zum Cap Formentor ist auch atwmberaubend. Statt Vögeln haben wir aber eher Ziegen gesehen Big Grins Es haben so richtig nur die KÖpfe aus den Mastixbüschen rausgeschaut smile

2 friedrich schrieb am 21.07.2009 12:32 answer

Hier war ich 1969 , zum ersten mal ,und heute sieht es immer noch schön aus.

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