Vom Mirador Ricard Roca auf die Serra des Pinotells und zur Penya Blanca

ZurEin geschickt angelegter Karrenweg verbindet Son Font mit Galilea, einem Bergdorf, in dem die Zeit stehengeblieben zu sein scheint.
Unterwegs lockt der Gipfel des Bauçà, an dessen Hängen zahllose Erdbeerbäume gedeihen.

Die Wanderung in Kürze
Anspruch: ++
Gehzeit 5 Std.
An-/Abstieg: 500 m
Länge:
Charakter: Mittelschwer Wanderung mit steilem An- und Abstieg auf breiten Fahrwegen und schmalen Hirtenpfaden, teils auch durch wegloses Gelände. Guter Orientierungssinn und Trittsicherheit sind erforderlich.
Ausrüstung:
Wanderkarte: Topographische Karte 1:50 000, Blatt Andraitx (Andratx)
Einkehr- Möglichkeiten: Restaurant Es Grau am Mirador Ricard Roca (regionale Küche, toller Küstenblick)
Anfahrt:

Mit dem Pkw:
Der Mirador Ricard Roca liegt an der Regionalstraße 710zwischen Estellencs und Andratx zwischen Km 98und Km 99. Westlich des dortigen Tunnels oder beim nahegelegenen Restaurant Es Grau gibt es Parkmöglichkeiten.


Mit dem Bus:
Der Ausgangspunkt liegt an der Busstrecke Peguera – Estellencs – Valldemossa. Abfahrt in Peguera Mo, Di, Do und Fr um 9 Uhr.

Hinweis:

 

Höhenprofil:
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Karte:
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Hoch über der Westküste Mallorcas traumhafte Ausblicke genießen

Ausgangspunkt ist der Mirador Ricard Roca in unmittelbarer Nähe des Restaurants Es Grau. Ein kurzer Straßentunnel quert hier den Felsvorsprung, auf dem sich der Mirador befindet. Über eine Treppe am westlichen Tunnelausgang erreicht man den Aussichtsbalkon, von dem aus sich ein herrlicher Blick entlang der Nordwestküste Mallorcas bietet.

Anschließend geht es zu Fuß auf der Küstenstraße durch den kurzen Tunnel und weiter bis zum Kilometerstein 97 (0. 10 Std. ). Dort zweigt rechts ein steiler Fahrweg ab, auf dem wir die Straße verlassen. Hier treffen wir auf eine Informationstafel, die von der Inselregierung aufgestellt wurde und der zu entnehmen ist, daß wir nun das Gelände der Finca Son Fortuny betreten. Es befindet sich in öffentlicher Hand, ist also für jedermann zugänglich. Gleich neben der Straße wurde ein kleiner Picknickplatz mit Wasserzapfstelle und Abfallbehälter angelegt. Wir gehen auf dem breiten Weg weiter, der uns durch niedrigen, erst vor wenigen Jahren aufgeforsteten Kiefernwald führt. Nach einigen steilen Serpentinen gelangen wir an eine Gabelung (0. 30 Std. ).

Hier halten wir uns links, wo auf einer verwitterten Holztafel ›Esclop ‹und ›Galatzó ‹ausgeschildert sind. Sanft bergab wandern wir in ein bewaldetes Tal hinein, auf dessen gegenüberliegender Seite sich eine steile Felswand erhebt. Jenseits der Talsohle geht es wieder bergan, und nach 0. 45 Std. stehen wir an einem weiteren, mit Tischen und Bänken ausgestatteten Picknickplatz. Eine ehemalige Köhlerhütte wurde hier restauriert bzw . mit einem neuen, kegelförmigen Dach aus trockenen Grashalmen versehen. Gleich links neben der Hütte beginnt ein Wanderweg, dem wir bergauf folgen. Der Weg ist steinig, ansonsten aber in gutem Zustand.

Nach steilem Anstieg stehen wir nach 1. 10 Std. an einer Gabelung . Links zweigt der Fußweg zum Galatzó ab. Wir aber laufen rechts weiter durch ein Gelände, in dem nach einem Brand frisch aufgeforstet wurde und wo die Orientierung etwas schwierig sein kann. Gelbe Farbkleckse markieren den Pfad, der schräg zum Hang ansteigt. Hier und da weist auch eine Steinpyramide die Richtung. Wir laufen auf eine Felsgruppe mit einer breiten Scharte zu, die wir nach 1. 20 Std. erreichen. Hier gabelt sich der Weg erneut. Die Beschriftung am linken Felsen weist den Weg. Links geht es wiederum zum Galatzó, wir laufen geradeaus Richtung ›Esclop‹. In dem unübersichtlichen Gelände folgen wir weiterhin gelben Markierungen und Steinpyramiden. Über eine Hochfläche, auf der großenteilsnackter Fels den Untergrund bildet, wandern wir in südlicher Richtung, das breite Felsmassiv des Esclop (927 m) weit im Hintergrund vor Augen.

Jenseits der Senke, rechts von uns, liegt der Bergrücken der Serrades Pinotells, zu der wir nun hinüberwollen. Doch zunächst bleiben wir auf dem markierten Weg, lassen eine lichte Kieferngruppe hinter uns und gelangen dann zu einem Sattel (1. 30 Std. ), wo der Weg Richtung Esclop die Senke schräg nach links quert.

Hier verlassen wir diesen markierten Pfad und gehen weglos genau über den höchsten Punkt des Sattels hinüber. Auf der anderen Seite sehen wir rechts von uns die flache Mulde eines kurzen Seitentals. An deren Kante halten wir uns aufwärts über abschüssige, aber griffige Gesteinsplatten. Wir laufen auf den schräg nach links ansteigenden Bergrücken der Serra des Pinotells zu. Rechts sehen wir den Taleinschnitt, durch den wir heraufgekommen sind, und dahinter das Meer. Etwa nach 2 Std. stehen wir an der Kante der Serra des Pinotells , die zum Meer hin als fast senkrechte Steilwand abfällt. Längs des Rückens steigen wir weiter aufwärts und finden eine schmale, unmarkierte Trittspur, die allerdings streckenweise kaum auszumachen ist. Bald begleitet uns zur Linken ein lichter Kiefernhain, der dann wieder von einer Dißgraswiese abgelöst wird.

Nach 2. 20 Std. stehen wir am höchsten Punkt des Bergrückens, der durch eine Felspyramide und eine niedrige Säule markiert ist. Von hier blicken wir entlang der Küste nach Südwesten bis zur Evangelica, einem mächtigen, vorspringenden Felskap. Voraus schaut man zur Penya Blanca, einem markanten, als würfelförmiger Klotz aus der Umgebung herausgewitterten Felsblock. Um dorthin zu gelangen, halten wir uns weiter an der Hangkante entlang, vorbei an einer letzten markanten Felskuppe, die ebenfalls durch eine niedrige Säule markiert ist. Dahinter geht es sanft bergab durch eine Dißgraswiese, bis wir zu einem Zaun kommen, der an der Felskante zu unserer Rechten entlanggezogen wurde. Wir steigen weiter abwärts, ohne den Zaun als Orientierungshilfe aus den Augen zulassen.

Bald laufen wir steil bergab durch eine Felsscharte und einen sich anschließenden Kiefernhain. Hier finden wir nun auch wieder mehr oder weniger deutliche Trittspuren, die uns den Abstieg erleichtern. Schließlich gelangen wir in eine flache Talmulde (2. 45 Std.), wo der Zaun nach rechts abknickt. Hier treffen wir auf einen mit kleinen Steinpyramiden markierten Pfad, der von links heraufkommt. Wir folgen ihm nach rechts. Bald entfernt sich der Pfad von dem umzäunten Gelände und steigt auf der anderen Seite der Talmulde bergan. In dem dicht mit Dißgras bestandenen Gelände verzweigt sich die Spur mehrmals. Steinpyramiden und hier und da auch gelbe Punkte bieten jedoch eine gute Orientierungshilfe. Nach 3 Std. sehen wir rechts die Penya Blanca ganz nah vor uns. Der markierte Pfad stößt auf ein halbverfallenes, kreisrundes Mauerfundament, das auf einen ehemaligen Dreschplatz hinweist. Dieser befindet sich auf einem Sattel. Wir querenden alten Dreschplatz und sehen dann links die Ruine des dazugehörigen Bauernhofs, der Casetade s ’Esclop. Unser Pfad führt geradeaus weiter, den Felsklotz Penya Blanca auf seiner dem Meer abgewandten Seite in einigem Abstand passierend. Links von uns dehnt sich ein Hochtal mit aufgelassenen Trrassenfeldern aus.


Am Mirador Ricard Roca

Dann kommen wir zur Paßhöhe Coll de sa Font des Quer, dem mit 743 m höchsten Punkt unserer Wanderung (3. 20 Std.). Dahinter öffnet sich ein Taleinschnitt, der steil zum Meer hinunterführt. Unser Weg quert diesen im oberen Teil. Wir folgen dem Pfad auf die andere Seite bis zu einer Felsgruppe, wo dicht beieinander einige hohe Pappeln stehen, eine Ausnahme in dieser kargen Bergregion. Hier treffen wir auf die gefaßte Font des Quer (3. 30 Std.), deren Wasser aus einem Stollen im Berg heraustritt. Schon der Erzherzog Ludwig Salvator beschrieb die Quelle im 19. Jh. Sie dient seit Menschengedenken den in der Umgebung weidenden Schafen als Tränke. Dies ist einidyllischer Platz für eine Pause.

Anschließend folgen wir dem Pfad weiter abwärts, zunächst noch an der Felsgruppe entlang, dann aber in Serpentinen steil hinunter an einem dicht mit Dißgras bewachsenen Hang. Verwaschene rote Farbflecken und hier und da eine Steinpyramide helfen bei der Orientierung. Rechts von uns befindet sich nun wieder der schon bekannte Taleinschnitt. Unser Pfad, auf dem es wegen Rutschgefahr sehr aufzupassen gilt nähert sich immer mehr dem Talgrund, den er nach 3. 50 Std. an einer Trockensteinmauer erreicht. Wir gehen durch einen breiten Mauerdurchlaß und queren kurz darauf den Talgrund. Etwa 50 m weiter, wo eingelber Pfeil auf einer Felsplatte in die Richtung weist, aus der wir gekommen sind, verzweigt sich der Pfadscheinbar. Wir gehen an dieser Stelle nicht rechts aufwärts (die Spur endet bald), sondern weiter bergab.

Nach 4. 15 Std. gelangen wir in eine Talsenke mit verfallenen Terrassenkulturen.

Unser Pfad quert diese und tritt auf der gegenüberliegenden Seite in einen Kiefernwald ein. Der Weg wird nun etwas breiter und ist nicht mehr zu verfehlen. Stetig geht es weiter bergab. Einen schmalen Pfad, der im spitzen Winkel bei einer Felspyramide nach links abzweigt, beachten wir nicht. Kurz darauf passieren wir ein offenes Gatter, neben dem eine Trockensteinmauer beginnt. Der Weg wendet sich hinter der Mauer zunächst nach rechts, beschreibt dann eine Linkskurve und führt nach 4. 40 Std. an einer eingezäunten Vogeltränke vorbei, die einheimischen Jägern dazu dient, ihr Beute anzulocken.

Kurz darauf stehen wir an einer Oliven und Johannisbrotplantage. An deren oberem Rand führt unser Weg nach rechts. Schon etwa 50 m weiter knickt eine den Wegrand begleitende Mauer nach links um. Wir folgen ihr auf einem undeutlichen Pfad durch die Plantage, in der Schafe weiden. Da, wo die Mauer wiederum abknickt, geht es geradeaus weiter. 20 m danach, hinter einer kleinen Steinpyramide, biegt der Pfad nach links ab und hält auf ein meist offenstehendes Gatter zu. (Sollte es verschlossen sein, lassen wir es nach Passieren auch so wieder zurück.) Unmittelbar hinter dem Gatter gehen wir nicht geradeaus weiter auf eine umzäunte Plantage, sondern halten uns rechts auf einem breiten, steinigen Weg, der zur Rechten von einer Mauer und zur Linken von einem Zaun flankiert wird.

Der Weg führt an dem Hofgebäude der Finca Es Grau vorbei (4. 45Std.) und geht geradeaus in einen Fahrweg über. Nach Durchschreiten einer Mandelplantage zweigt am Waldrand ein Weg nach rechts aufwärts ab, den wir nicht beachten. Wir bleiben auf dem Fahrweg, auf dem wir nun endlich mal wieder so richtig ausschreiten können, und sehen schon bald die Küstenstraße links unter uns, auf die wir bei einem Eisentor stoßen. Sollte es verschlossen sein, können wir links durch eine Pforte für Fußgänger passieren. Auf der Straße sind es nach rechts nur noch etwa 150 m bis zum Restaurant Es Grau am Mirador Ricard Roca (5 Std.).

Kommentare (1)

  1. Max am 24.08.2017
    Gehen Sie diese Tour nicht wie hier beschrieben! Sie existiert so nicht mehr. Es gibt aber eine Variante, die funktionieren sollte (s.u.). Ab der Font des Quer beginnt wie beschrieben ein Dißgrashang; ab dort existiert kein Weg mehr. Mit kurzen Hosen reißt man sich die Beine auf. Weiter unten, hinter der beschriebenen Mauer läuft das Wandern so ab: Man teilt sich auf und erkundet verschiedene "Wege" durch Dißgras, Gestrüpp und die Kronen von abgebrannten, umgestürzten Bäumen. Sobald einer meint, man kommt an seiner Stelle weiter, laufen die anderen ihre jeweilige Strecke zurück und folgen dem Betreffenden. Nach der Talsenke mit den Terrassenkulturen geht es tatsächlich in einen Kiefernwald mit weiteren umgestürzten Bäumen, die den ursprünglichen Weg versperren. Nach einiger Zeit haben wir ihn wieder gefunden und standen dann vor dem beschriebenen "offenen Gatter" - mittlerweile durch zusammengeschweißte Moniereisen versperrt. Am Zaun steht "Privatgelände, Betreten Verboten!" - hier hat jemand die Wanderer satt. Wir sind dann am Zaun aussen entlang zur Strasse abgestiegen, kein Olivenhain, keine Schafe. Dabei landet man in der Einfahrt einer Finca, man muss also das Eingangstor zur Strasse hin von innen überklettern und dann 2km zum Parkplatz laufen. Trost gab jedoch der riesige Feigenbaum in der Einfahrt :)

    Die Tour war schön bis zum höchsten Punkt, man sollte jedoch vorher abzweigen. Wer sie antreten möchte kann ab "dem Punkt an dem der Zaun nach rechts abknickt", vor dem Anstieg zur Penya Blanca, meerwärts der Beschilderung folgen. Man steigt auf einer kleinen Holztreppe über die Mauer und folgt dem Weg nach Westen, dann nach Norden unterhalb des Bergrückens, auf dem man gekommen ist. Man kommt dann dort auf die Küstenstrasse, wo man eingestiegen ist.

    So wie hier beschrieben haben wir 6h gebraucht. Wir waren sechs fitte Studenten, teils mit Alpenerfahrung. Gefährlich war es an keiner Stelle, aber im Abstieg einfach echt ätzend.

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