Von Son Font zum Bauçà und nach Galilea

Ein geschickt angelegter Karrenweg verbindet Son Font mit Galilea, einem Bergdorf, in dem die Zeit stehengeblieben zu sein scheint. Unterwegs lockt der Gipfel des Bauçà, an dessen Hängen zahllose Erdbeerbäume gedeihen.

Die Wanderung in Kürze
Anspruch: +
Gehzeit 5 Std.
An-/Abstieg:  
Länge: 14km
Charakter: Leichte Wanderung auf guten Wegen, vorübergehend auch auf einer wenig befahrenen Straße; lediglich die Gipfelbesteigung des Bauçà erfordert eine gewisse Trittsicherheit; keine nennenswerten Höhenunterschiede
Ausrüstung:  
Wanderkarte: Topographische Karte 1:50000, Blatt Palma
Einkehr- Möglichkeiten: Bar Parroquial und Restaurant Galilea in Galilea
Anfahrt:

Mit dem PKW:
Von Palma auf der PM-1 bis Palmanova, dort Richtung Calvià. In Calvià bis zu einer T-förmigen Einmündung, dort rechts halten und dann an der nächstmöglichen Abzweigung links. Man stößt bald auf eine breite Straße und fährt rechts in das Tal des arranc Moferets hinein. Es geht nun stets geradeaus, bis nach ca. 4km die öffentliche Straße in Son Font endet. Hier deuten seitliche Pfeiler ein Tor an; ein Schild weist das dahinterliegende Gelände als Privatbesitz (Propiedad privada) aus; Parkmöglichkeit am Straßenrand.

 

Mit dem Bus:
Calvià ist mit Peguera durch die Linie 7 verbunden (etwa alle 1.30 Std.).Nach Peguera fahren häufig Busse von Palma, Santa Ponça, Andratx u.a. In Calvià folgt man der Anfahrtsbeschreibung für Autofahrer (ca.1 Std. Gehzeit bis Son Font).

 

Hinweis: Der Besuch von Galilea lohnt besonders zur Zeit der Mandelblüte (Januar/Februar).
Höhenprofil:
(bitte auf das Bild klicken für Großansicht)
Karte: Karte (bitte klicken)

 

Kuppe der Erdbeerbäume - eine wunderschöne Wanderroute

Wir beginnen die Wanderung in Son Font, passieren zu Fuß das angedeutete Tor, gehen auf der Straße weiter und kommen kurz darauf erst an der verschlossenen Zufahrt zum Anwesen Sa Sitja und dann am Eingangstor der Finca Bon Lloc vorbei. Etwa 50 m weiter endet die Asphaltstraße, und ein Gatter versperrt Autos die Weiterfahrt; Fußgänger können seitlich vorbeigehen.

Der Feldweg führt durch dichte Macchien-Landschaft bergab. Schon bald gabelt sich die Spur, doch kleine Steinpyramiden bedeuten uns, daß wir rechts auf dem deutlicher erkennbaren Weg laufen sollen. Wir können wahlweise aber auch den schmaleren Pfad links nehmen und damit eine lang ausgezogene Kurve abschneiden. Beide Wege führen etwa 80 m vor einem Schuppen wieder zusammen. Noch vor dem Schuppen gabelt sich der Weg ermals, wir orientieren uns an den Steinpyramiden und gehen nach rechts. Auch im weiteren Verlauf ist der Weg durch sorgfältig aufgeschichtete Felsbrocken markiert, während niedrige Steinbarrieren vor abzweigenden Wegen bedeuten, daß man dort nicht gehen soll.

Nach ca.5 Min., vom Schuppen an gerechnet, wird der zunächst recht breite Weg zum Trampelpfad, der sich durch niedriges Gebüsch und später durch lichten Kiefernwald windet. Wir erreichen ein Viehgatter (25 Min.),das, wenn es verschlossen vorgefunden wurde, auch so wieder hinterlassen werden muß. Verfallene Mauern und verwilderte Ölbäume zeugen noch von der einstigen Nutzung dieses Geländes als Olivenhain. Heute weiden hier Schafe. Der Pfad zieht sich ohne größere Höhenunterschiede dahin und geht nach einigen Minuten in einen breiteren Weg über, dem man noch ansieht, daß er früher als Karrenweg genutzt wurde; er war die Hauptverbindung zwischen Calvià und Galilea. Allerdings ist die ehemalige Pflasterung schon von Moos und Gras überwuchert. Der Blick wird nun freier, wir schauen links voraus auf den malerisch an einem Berghang gelegenen Ort Galilea und den sich dahinter erhebenden, schroffen Gipfel des Galatzó.

Nach 50 Min. treffen wir auf ein weiteres Gatter. Wenige Meter davor gabelt sich der Weg. Wir gehen nicht links durch das Tor, sondern halten uns rechts, der Markierung durch Steinpyramiden folgend. Unser Pfad passiert das Gatter in knapp 2 m Abstand und verläuft neben einem Zaun höhenparallel geradeaus weiter.(Man darf auf keinen Fall der Trittspur folgen, die rechts aufwärts führt!)Nach weiteren 5 Min. treffen wir auf einen breiten Forstweg, auf dem wir rechts, also bergauf gehen. Hinter der nächsten Kurve biegen wir links in eine breite Piste ein. Ein verwittertes Schild mit der Aufschrift ›Na Bausana ‹und eine Felspyramide weisen den Weg. Ein dichter Wald aus Erdbeerbäumen, Steineichen und Aleppokiefern dehnt sich rechts und links aus. Langsam aber stetig geht es im Schatten der Bäume bergauf. Genau im Scheitelpunkt einer engen Rechtskurve (1.15 Std.)ergibt sich ein besonders schöner Ausblick auf den nun schon deutlich nähergerückten Ort Galilea. In der anderen Richtung können wir über eine Lichtung hinweg unser Ziel, den Gipfel des Bauçà, schon erkennen. Nachdem vorübergehend zahlreiche buschige Erdbeerbäume den Weg gesäumt haben, führt dieser wieder in Steineichenwald hinein. Gegen den Uhrzeigersinn schraubt sich der Weg nun aufwärts. Links kommt unterhalb des Gipfels eine Felswand in Sicht. Dann passieren wir ein offenes Gatter und über- schreiten eine Lichtung, hinter der Steinpyramiden den weiteren Weg geradeaus weisen.

Etwa 30 m hinter der Lichtung gilt es aufzupassen. Die Fahrspur endet (1.40 Std.),und Pfeile aus zusammengelegten Steinen weisen nach links aufwärts. Schon nach wenigen Metern ist ein fast höhenparalleler Weg erreicht, auf dem wir uns, den Steinpyramiden folgend, rechts wenden. Zunächst sanft, dann immer steiler geht es auf dem gewundenen Pfad aufwärts. Wir befinden uns jetzt am rechten Rand der Felswand, die wir zuvor von unten erblickt hatten. In sorgfältig angelegten Serpentinen schraubt sich der Treppenweg zwischen groben Gesteinsblöcken in die Höhe.

Dann stehen wir recht unvermittelt auf einem Felsgrat und blicken in das Tal von Puigpunyent hinunter. Weiter im Norden erblicken wir bei guter Sicht die höchsten Berge Mallorcas, allen v ran den Puig Major. Rechts von uns erhebt sich die weiße Gipfelsäule des Bauca, zu der wir hinaufklettern können (2 Std.). Oben wird der Blick nach Osten in die weite Ebene hinter Palma und nach Süden zur zerklüfteten Küste bei Peguera und Santa Ponça frei. Bergab geht es wieder über die Felstreppe und dann auf dem schon bekannten Karrenweg. Dort, wo dieser vorübergehend völlig an Gefälle verliert (2.30 Std.),kann man auf einem schmalen Pfad nach links einen Abstecher von ca.10 m zu einem ehemaligen Kohlenmeiler machen, der vom Weg aus kaum auszumachen ist.

Auf dem Hauptweg geht es anschließend weiter bergab. Im weiteren Verlauf des Abstiegs kann man dann links einen Blick in einen verfallenen Kalkofen werfen (2.50 Std.), an dem man beim Aufstieg möglicherweise achtlos vorbeigelaufen ist, weil die Bresche in seiner Mauer nur von oben kommend sichtbar ist. Kurz darauf stehen wir wieder an der Abzweigung mit dem verwitterten Holzschild und gehen hier rechts. Nach etwa 100 m treffen wir auf die mit Steinpyramiden markierte Stelle, wo wir auf dem Hinweg von links gekommen waren. Nun aber wandern wir geradeaus weiter. Wir laufen oberhalb eines Ölbaumhains entlang. Zur Rechten leuchtet im lichten Kiefernwald in den Wintermonaten die Vielblütige Heide.

Nach 3 Std. Gehzeit sehen wir direkt unter uns eine Straße. Bevor wir auf diese gelangen, muss noch ein Viehgatter überwunden werden, was mit Hilfe einer Sprossenleiter kein Problem darstellt. Auf der Straße gehen wir links. Bald erblicken wir rechts über uns, an der Kante einer Felswand schwebend, die ersten Häuser von Galilea. Nach 3.20 Std. treffen wir auf das Ortsschild und gehen dahinter rechts die Straße aufwärts.Schon an der nächsten Abzweigung halten wir uns links und erreichen wenig später eine Treppe, die rechter Hand direkt zum Kirchplatz von Galilea hinaufführt (3.30 Std.).Von dort genießt man wiederum eine hervorragende Aussicht. Geht man rechts um die Kirche herum, so trifft man auf die Bar Parroquial, wo auf der Terrasse Getränke und einfache Gerichte serviert werden. Als Alternative bietet sich das Restaurant Galilea unten an der Hauptstraße zur Einkehr an.

In der Umgebung des malerischen Dorfes leben zahlreiche Ausländer, die alte Bauernhöfe renoviert haben oder sich moderne Villen errichten ließen.Im Ortskern selbst ist davon allerdings nur wenig zu bemerken. Hier spielt sich das Leben der Einheimischen nach wie vor in traditionellen Bahnen ab, man spürt nichts vom Trubel der nahegelegenen Ferienorte an der Küste.

Anschließend laufen wir auf der Landstraße zunächst ein Stück zurück in der Richtung, aus der wir gekommen waren. Den Bauçà erblicken wir nun schräg v raus. Wir passieren die stets blumengeschmückte Figur der Madonna v n Lourdes,die am Straßenrand in einer Felsnische aufbewahrt wird und die uns sicherlich schon auf dem Hinweg aufgefallen war.Die Straße beschreibt anschließend in einem Tal eine Kurve.Dann sehen wir rechts ein einzeln stehendes ,liebevoll mit Fliesen, Blumen und einem mallorquinischen Miniatur-Windrad geschmücktes Haus. Gleich hinter dem Gebäude biegen wir rechts v n der Straße ab auf einen Fahrweg, dem wir geradeaus folgen. Wir gelangen kurz darauf zu einem weiteren Haus,wo die Fahrspur endet. Auf einem gewundenen Pfad steigen wir geradeaus weiter bergab und passieren dabei mit Mauern abgestützte Terrassen, auf denen Mandeln, Oliven und Johannisbrotbäume gedeihen.

Schon bald stehen wir wieder auf einem breiten Feldweg (3.45 Std.) und halten uns auf diesem links. Im Bogen geht es durch ein mit kräftigen Ölbäumen bestandenes Tal zu einem asphaltierten Fahrweg, den wir im Scheitelpunkt einer Kurve erreichen. Auf ihm gehen wir ein kurzes Stück links bis zu einer haarnadelförmigen Linkskurve, wo wir rechts in einen steinigen Feldweg einbiegen. Kurz darauf passieren wir ein Gatter, das wir hinter uns wieder verschließen, und laufen durch einen kleinen Pinienhain. Im folgenden Abschnitt wird der Weg von Zistrosen gesäumt, die im Frühjahr, unseren Heckenrosen ähnlich, kräftig blühen. Wir passieren ein weiteres Gatter und sehen gleich darauf links v n u ns einen Aljub, eine überdachte Zisterne, die für Bewässerungszwecke gebaut wurde. Unser Weg führt geradeaus weiter durch eine Olivenplantage, nun sanft ansteigend. Rechts unten zieht eine herrschaftliche Finca die Blicke auf sich.Auf der gegenüberliegenden Talseite liegt der Ort Galilea jetzt schon in einiger Höhe über uns.

Dann verändert sich die Szenerie. Wir laufen am Rand eines an der Südseite von einer Felswand flankierten Tales aufwärts. Die alte Verbindungsroute wird hier heute sichtlich nicht mehr für die Landarbeit genutzt und verfällt allmählich. Großteils ist nur noch eine schmale Fußspur geblieben. Nach 4.10 Std. erreichen wir schließlich das G Ga at tt te er r,, vor dem wir auf dem Hinweg oberhalb abgezweigt waren.Wir lassen es verschlossen wieder zurück und gehen geradeaus auf dem schon bekannten Weg nach Son Font (5 Std.) zurück.

Erdbeeren vom Baum

Auffällig viele Exemplare des Westlichen Erdbeerbaums (Arbutus unedo) gedeihen an den Hängen des Bauçà. Stellenweise bilden sie ein dichtes Gebüsch. Die Bezeichnung ›Baum ‹ist übrigens recht irreführend, denn zumeist werden die Pflanzen mit 1 –3 m nur strauchhoch. Unter günstigen Bedingungen können Erdbeerbäume allerdings im Einzelfall mehr als 6 m Höhe erreichen. Die weißen bis rosafarbene kleinen Blüten, die in Rispen herunterhängen und ein wenig an Maiglöckchen erinnern, erscheinen zwischen Oktober und Januar. Danach bilden sich die um 2 cm dicken, zunächst orangefarbenen, später leuchtend roten, erdbeerähnlichen Früchte. Sie reifen so langsam, dass man im Herbst oft Blüten und Früchte nebeneinander findet. Zwar sind die Baumerdbeeren eßbar, doch ihr süß-säuerlicher Geschmack ist vergleichsweise fade. Dies deutet auch der lateinische Name der Pflanze an (unedo =eine esse ich),der auf den römischen Gelehrten Plinius zurückgeht. Erdbeerbäume sind charakteristisch für die mediterrane Macchie, wo sie gemeinsam mit Baumheide, Mastixstrauch und anderen Büschen gedeihen. Reine Bestände, so wie am Bauçà, kommen äußerst selten vor.

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