Über die Ermita de Bonany nach Petra

Durch eine blühende Kulturlandschaft geht es sanft aufwärts zu der idyllisch auf einem bewaldeten Hügel gelegenen Ermita de Bonany und dann auf Waldwegen, später durch Johannisbrot- und Mandelplantagen nach Petra.

Die Wanderung in Kürze
Anspruch: +
Gehzeit 4 Std.
An-/Abstieg:  
Länge: 16 km
Charakter: Leichte Wanderung auf vorwiegend breiten Feld- und Waldwegen sowie wenig befahrenen Nebenstraßen, z.T. schmaler Trampelpfad
Ausrüstung: Fernglas
Wanderkarte: Topographische Karte 1:50 000,Blatt Porreras (Porreres)
Einkehr- Möglichkeiten: In Petra Restaurant Es Celler,Carrer de l ’Hospital 42 (typischer mallorquinischer Weinkeller, regionale Küche)
Anfahrt:

Mit dem Pkw:
von Palma auf der 715 Richtung Manacor. Kurz hinter Vilafranca de Bonany bei Km 39,8 zweigt links,also in nördlicher Richtung, eine breite Schotterpiste ab; in der Nähe Parkbucht am Straßenrand.


Mit dem Bus:
Von Palma Richtung Manacor bis Vilafranca de Bonany (ca.10 x tägl., So nur 5 x).Von dort gut 1 km bis zum Ausgangspunkt (s.o.). Zurück evtl. ab Petra (3 x tägl., So nur 2 x).

Hinweis:

Öffnungszeiten Casa Museu Juniper Serra: tägl. 9 –20 Uhr (falls geschlossen ist, kann man im Carrer P.Miguel de Petra 2 klingeln).

Höhenprofil:
(bitte auf das Bild klicken für Großansicht)
Karte:

Karte (bitte klicken)

 

 

Zur Kathedrale inmitten der mallorquinischen Berge

Von unserem Ausgangspunkt geht es schnurgerade zunächst sanft, dann mit immer stärkerer Steigung bergan. Die Ermita erhebt sich, stets in Sichtweite, fast genau geradeaus vor uns. Die Route wird gesäumt von Mandel- und Feigenplantagen. Wir passieren ein paar Bauernhöfe. Abzweigungen bleiben unbeachtet.

Nach ca.15 Min. Gehzeit beschreibt der Weg erstmals eine Kurve nach rechts. Eine schmalere Abzweigung, die nach links führt, ignorieren wir. Nach weiteren 300 m ist eine Gabelung erreicht, wo wir uns nach links auf den breiteren Hauptweg wenden, dem Pfeil an einer Felsmauer folgend. Es geht nun wieder geradeaus und zugleich bergauf, wobei wir uns stets auf dem geschotterten Hauptweg halten, der im weiteren Verlauf dort, wo die Steigung stärker wird, asphaltiert ist. Nach weiteren 5 Min. zweigt rechts ein ebenfalls asphaltierter Weg ab, den wir nicht beachten.

Der Fahrweg beschreibt einige Kurven. Nach insgesamt 25 Min. ist ein flacheres Wegstück erreicht, wo die Asphaltdecke wie der in Schotterbelag übergeht. Die Ermita ist schon deutlich näher gerückt. Am Rand eines Kiefernwaldes beschreibt der Hauptweg nun eine Linkskurve (40 Min.).Dort zweigen wir von dem breiten Weg ab und gehen geradeaus in den Kiefernwald. Auf dem nun etwas schmaleren Weg passieren wir einen Bauernhof und umrunden ein kleines Tal. Danach geht es durch offenes Buschland weiter. An einer Gabelung (45 Min.) halten wir uns auf dem schmaleren Weg links, direkt auf die nun wieder sichtbare Ermita zu. Steil führt der felsige Weg in den Wald hinein. Hier treffen wir auf eine weitere Gabelung, an der wir uns rechts halten. In Serpentinen geht es bergauf, eine Straße wird gequert. Der steile Pfad führt geradeaus weiter durch den Wald und trifft schon nach wenigen Metern erneut auf die Straße. Auf einer breiten gepflasterten Treppe geht es die letzten Schritte bergauf bis zum Eingangstor der Ermita de Bonany (1 Std.).

Nach der Besichtigung steigen wir zunächst auf der Treppe zur Straße hinunter, wo direkt gegenüber ein schmaler Pfad schräg links abwärts unterhalb eines auffälligen, zwar aus Beton gebauten, doch wie ein Baumstamm geformten Kreuzes führt. Geradeaus geht es quer zum Hang bergab. Nach 5 Min. wird die Straße wiederum überquert. Man findet den Weg auf der anderen Straßenseite wieder, muß allerdings ein paar Steinstufen hinabklettern. Im weiteren Verlauf wird der Pfad breiter, und man kann wieder ausschreiten. Er beschreibt eine Rechtskurve, dann geht es schnurgerade den Berg hinunter, wobei kleinere Pfade, die rechts und links abzweigen, nicht beachtet werden.

Der immer breiter werdende Weg geht schließlich in einen asphaltierten Fahrweg und bald darauf in eine Straße über. Der Straße folgen wir weiter bergab durch Johannisbrot und Mandelplantagen, die mit Kiefern- und Steineichenwäldern abwechseln. Die für Mallorca so typischen Tancas fassen die Straßenränder ein. Hier und da ist sogar eine Sitzbank in die Tancas eingelassen. In einer S-Kurve gabelt sich die Straße. Wir bleiben rechts auf der breiteren Route. Die Bebauung wird nun dichter. Etwa 300 m weiter stehen wir an einer Kreuzung, wo wir uns schräg links halten, auf die beiden auffälligen Kirchtürme von Petra zu. Die Straße führt nun in den Ort hinein (2 Std.).
Nach der Besichtigung kehren wir auf dem gleichen Weg zum Ausgangspunkt zurück (4 Std.).

Ermita de Bonany

Bevor man das Gelände betritt, sollte man am Tor die beiden Fliesenbilder beachten. Auf einem davon ist die Auffindung einer Madonnenfigur dargestellt, die sich kurz nach der Wiedereroberung Mallorcas durch die Christen im 13.Jh.ereignet haben soll. Als um das Jahr 1600 eine anhaltende Dürre für Verzweiflung auf der Insel sorgte, flehten die Bewohner der umliegenden Dörfer die
Madonna auf dem Berg um Regen an. Tatsächlich gab es im Jahre 1609 eine gute Ernte, und die Ermita wurde daraufhin der Jungfrau des ›Guten Jahres ‹(Bonany) geweiht. Diese Widmung ist auf dem zweiten Fliesenbild dargestellt. Seitdem die Madonna ihre regenmachende Wirkung unter Beweis gestellt hatte, entwickelte sich die Kapelle zum Wallfahrtsort und musste mehrfach vergrößert werden.1918 bis 1925 wurde sie völlig neu errichtet, wobei lediglich das Barockportal von 1789 erhalten blieb.

 


Zahlreiche Mandelplantagen säumen den Weg nach Petra

Petra

Für die Besichtigung des beschaulichen Städtchens mit seinen verwinkelten engen Gassen sollte man sich etwas Zeit nehmen.

Von der Hauptstraße weist ein Schild den Weg nach rechts Richtung Casa-Museu Juniper Serra. Nun ist es nicht mehr weit bis zum Geburtshaus des berühmten Franziskanermönchs Juniper Serra und dem angrenzenden, ihm gewidmeten Museum. Juniper Serra (1713 –84)schiffte sich im Alter von 36 Jahren nach Mexiko ein, um dort die Indianer zum Christentum zu bekehren. Zwei Jahrzehnte später übernahm er eine leitende Funktion in der Missionstätigkeit der Franziskaner in Kalifornien, das die Spanier vor den rivalisierenden Engländern und Russen in Besitz nehmen wollten. Im Auftrag von König Carlos III. errichtete Serra die erste Mission im heutigen San Diego. Weitere 20 Stationen folgten, darunter 1776 San Francisco.Serras Büste wurde später im Kreis der Großen Amerikas im Kapitol in Washington aufgestellt. Sein Geburtshaus in Petra ließen die Ratsherren von San Francisco renovieren, die auch das Museum stifteten.

Nach der Besichtigung lohnt sich ein Gang durch die gegenüberliegende Fußgängerzone, wo auf modernen Fliesenbildern die von Serra in Kalifornien gegründeten Missionsstationen dargestellt sind. Hinter der Fußgängerzone passiert man das ehemalige Franziskanerkloster, dessen Kirche 1672 errichtet wurde. Die Anlage verfiel, nachdem das Kloster zu Beginn des 19.Jh.säkularisiert worden war. Heute finden Restaurierungsarbeiten statt. Hält man sich hinter dem Kloster links, so gelangt man ins Stadtzentrum.

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