Von Valldemossa auf den Teix

Teilstück der Trockenmauerroute

Einst befand sich der Westabhang des Teix im Besitz des österreichischen Erzherzogs Ludwig Salvator. Er ließ einen abenteuerlichen Weg anlegen, von dem er hoch zu Roß den Blick auf die Küstenlandschaft im Westen genießen konnte.

Die Wanderung in Kürze
Anspruch: +++
Gehzeit 6 Std.
An-/Abstieg: 1 100m
Länge:
Charakter: Anspruchsvolle Wanderung mit langem An-/Abstieg auf steinigen Wegen, bergab teils auf breitem Fahrweg. Zum Gipfel des Teix teilweise weglos. Bei Nebel, der unvermittelt aufziehen kann, schwierige Orientierung.
Ausrüstung:
Wanderkarte: Topographische Karte 1:50 000, Blatt Sóller
Einkehr- Möglichkeiten: Nur in Valldemossa
Anfahrt:

Mit dem Pkw:
Von Palma kommend, hinterdem Straßenschild ›Valldemossa ‹ die nächste Straße rechts und dann gleich wieder rechts.Vor dem alten Herrensitz Son Gual links abbiegen,dann rechts in ein steil bergauf führendes Straßenstück. An einer T-förmigen Gabelung geht es links ab. Die Straße gabelt sich kurz hintereinander noch zweimal, jedesmal rechts fahren. Dort, wo die Straße endet, kann man rechts vor dem Anwesen Can Massana parken.


Mit dem Bus:
Von Palma, Peguera und Andratx nach Valldemossa

Hinweis:

 

Höhenprofil:
(bitte auf das Bild klicken für Großansicht)
Karte:

Karte (bitte klicken)

 

Auf abenteuerlichem Pfad zum Eibengipfel und Mallorcas Küstenlandschaft genießen

In Valldemossa folgen wir neben dem Anwesen Can Massana dem breiten, steinigen Wanderweg durch eine Olivenpflanzung bergauf. Rote Farbkleckse weisen den ohnehin nicht zu verfehlenden Weg. Nach ca. 5 Min. durchschreiten wir eine breite Maueröffnung und verlassen damit die Plantage. Durch Wald geht es bergan, bis wir nach weiteren 2 Min. vor einem Gatter stehen. Davor zweigt rechts ein breiter Weg ab, den wir nicht beachten. Statt dessen überklettern wir das Tor auf einer kleinen Holzleiter. Gleich hinter dem Gatter zweigt wiederum rechts ein schmalerer Pfad ab, den wir ebenfalls nicht beachten. Wir gehen auf dem breiteren Weg geradeaus weiter. Nach etwa 100 m beschreibt unser Weg eine deutliche Rechtskurve. Die Spur nach links ist durch eine kleine Steinaufschüttung verbarrikadiert. Es lohnt sich jedoch, hier etwa 20 m weit einen Abstecher zu der gefaßten Quelle Font de s'Abeurada zu machen. Sie führt normalerweise nur sehr wenig Wasser.

Dann kehren wir zu der Kurve zurück und folgen weiter dem Hauptweg durch Steineichenwald bergauf. Einen Pfad, der kurz darauf nach rechts unten abzweigt, beachten wir nicht. In Serpentinen windet sich unser Weg steil empor. Mehrfach treffen wir unterwegs auf die Reste von Kohlenmeilern. Ein rechts abzweigender Weg (30 Min.)bietet die Möglichkeit, eine Serpentine abzuschneiden. Bequemer ist es jedoch, auf dem breiten Hauptweg zu bleiben. Gleiches gilt für eine weitere Abzweigung in der nächsten Serpentine. Mit dem Durchschreiten eines Mauerdurchbruchs ist der Steilanstieg beendet. Wir haben nun die Hochebene Pla des Pounet erreicht. Gleich hinter der Mauer zweigt rechts ein Weg ab, den wir nicht beachten. Wir gehen zunächst geradeaus weiter, kommen an Resten eines ehemaligen Kohlenmeilers vorbei und treffen wenig später auf eine Lichtung, an deren Rand sich der Brunnen befindet (45 Min.), der als Viehtränke dient (kein Trinkwasser!).Von der Lichtung zweigen mehrere Wege ab. Wir gehen rechts und laufen durch dichten Wald sanft ansteigendend weiter. Die Bäume sind hier extrem stark mit Flechten behangen –ein Zeichen für die stets sehr hohe Luftfeuchtigkeit in diesem Gebiet. Der Weg verlässt bald die Hochebene und steigt jetzt etwas steiler durch eine flache, mit Steinen übersäte Talmulde an.

Nach 1.10 Std. stehen wir auf einem Sattel, dem Coll de son Gallard. Direkt vor uns befindet sich ein Anstand der Vogelfänger (s. Tour 11). Wir gehen rechts und halten uns von nun an auf einem Bergkamm aufwärts. Wenige Minuten später passieren wir die bei Tour 11 beschriebene Abzweigung eines schmalen Pfades nach rechts, der zur Eremitenhöhle führt. Wir halten uns jedoch weiter geradeaus, also aufwärts, und klettern kurz darauf über einen niedrigen Mauerdurchlaß. Wenig später treffen wir an einer T-förmigen Einmündung auf einen Weg, der von rechts heraufkommt, und gehen auf diesem links aufwärts weiter,dem roten Pfeil folgend. Dies ist der Cami de s'Arxiduc, den sich Erzherzog Ludwig Salvator im 19.Jh. als Reitweg anlegen ließ.


 Nach einigen Biegungen stehen wir oberhalb einer Steilwand und schauen zur Nordwestküste mit der Felshalbinsel Sa Foradada hinab. Ganz rechts sieht man einige Häuser, die zum Künstlerort Deià gehören. Die Route folgt von nun an einem schroffen, felsigen Bergkamm. Immer wieder ergeben sich bei klarer Sicht herrliche Ausblicke nach links. Wanderer, die zu Schwindelgefühlen neigen, sollten allerdings nicht zu nah an die Kante herantreten und sich im Zweifelsfall am rechten Wegrand halten. Der Weg ist stets breit genug, so daß keine Absturzgefahr besteht.

Nach 1.45 Std. treffen wir auf eine auffällige Steinpyramide am linken Wegrand. Hier zweigt ein schmaler Pfad ab, den wir jedoch nicht beachten, sondern unseren Weg geradeaus fortsetzen. Voraus ist nun schon der Gipfel des Teix zu erkennen, das Ziel unserer Wanderung. 5 Min.später treffen wir erneut auf eine Abzweigung. Hier können wir nach links einen kurzen Abstecher zu einem Mirador machen, wo Weihnachten 1990 mallorquinische Bergsteiger eine Gedenktafel für Ludwig Salvator angebracht haben.

Nachdem wir den Blick ausgiebig genossen haben, kehren wir zum Hauptweg zurück und setzen dort unsere Wanderung fort. Auf eine weitere Felspyramide treffen wir nach 2.10 Std. bei einer kleinen Baumgruppe. Rechts zweigt hier ein Weg ab, der über Ses Fontanelles zurück zur Pla des Pouet führt. Wir aber gehen geradeaus weiter. Etwa 5 m weiter, am Ende der Baumgruppe, können Zweifel über die weitere Wegführung aufkommen. Kleinere Felspyramiden geleiten uns jedoch im Bogen nach links. Nachdem wir uns vorübergehend ein wenig von der Steilkante entfernt haben, führt nach 2.40 Std.ein Abstecher von wenigen Metern geradeaus wieder zu einem Mirador auf einer Felskuppe, wo man zum Meer hinunterblicken kann. Danach folgen wir dem Hauptweg weiter, der hier im rechten Winkel abknickt und vorübergehend abwärts führt.

Nach 2.50 Std. gabelt sich der Weg. Die Stelle ist durch eine große Steinpyramide markiert. Wir werden später hierher zurückkehren und auf dem Reitweg des Erzherzogs weiterlaufen, der rechts abbiegt.

Zunächst werden wir jedoch zum Gipfel des Teix aufsteigen

und wählen zu diesem Zweck den linken Abzweig, einen steinigen Pfad, der recht steil aufwärts führt. Eine Felsstufe ist zu überwinden, wobei man unter Zuhilfenahme der Hände ein paar Meter klettern muß. Kurz darauf gabelt sich der Weg an einer kleinen Felspyramide erneut. Wir halten uns wahlweise rechts oder links, die Spuren treffen bald wieder zusammen. Steil steigen wir nun durch eine felsige Landschaft hinauf. Nach 3 Std. stehen wir vor einer hohen Mauer, vor der unser Weg scheinbar endet. Wir können die Mauer jedoch auf der linken Seite, wo sie steil abfällt, überklettern und gelangen auf der anderen Seite über eine Leiter wieder hinunter. Das Gebiet, in dem wir uns befinden, heißt Pla de sa Serp (Schlangenebene). Der Hauptweg führt geradeaus weiter, wir jedoch schlagen nach etwa 50 m einen schmaleren Pfad ein, der unmarkiert nach rechts abzweigt. Diese Trittspur wird bald stellenweise recht undeutlich. Immer wieder verzweigt sie sich und scheint sich oft in dem niedrigen Gebüsch zu verlieren. Im Zweifelsfall halten wir uns bergauf. Im oberen Teil des immer steileren Anstiegs wird der Untergrund zudem recht felsig, so daß ein sicherer Tritt erforderlich ist. Wir gelangen schließlich auf einen Kamm, auf dem ein deutlicherer Pfad verläuft. Wir halten uns links und laufen auf dem Felskamm entlang bis zur Gipfelsäule des Teix (3.30 Std.),wo wir zur Belohnung für die Mühen des Aufstiegs einen großartigen Panoramablick genießen.


Bei Valldemossa

Anschließend kehren wir auf demselben Weg zu der Stelle zurück, wo wir den Reitweg des Erzherzogs an der Steinpyramide verlassen haben (4 Std.). Hier wenden wir uns nun nach links. Wir treten in einen lichten Wald aus Steineichen und Kiefern ein und laufen zügig bergab. Bald erblicken wir rechts unter uns schon das Tal von Cairats, durch das wir nach Valldemossa zurückwandern werden. Nach 4.30 Std. treffen wir auf die Ruine einer  Casa de sa Neeu eines Schneehauses, in dem früher Schnee unter Druck zu Eis verdichtet und bis zum Sommer aufbewahrt wurde .Gleich dahinter befindet sich eine Schutzhütte. Bis hierher kann man mit geländegängigen Fahrzeugen gelangen, und dementsprechend erweitert sich unser Weg zu einer Forstpiste.

Inzwischen haben wir auch den Talgrund erreicht, dem der Fahrweg nun abwärts folgt. In steilen Serpentinen verlieren wir schnell an Höhe. Eine Abzweigung nach rechts (4.45 Std.)im Scheitelpunkt einer engen Kurve beachten wir nicht. In der nächsten Kurve zweigt abermals ein Weg ab, diesmal nach links. Er ist mit ›Serra des Cairats‹ ausgeschildert. Auch ihn ignorieren wir. Rechts von uns befindet sich an dieser Stelle ein kleiner Picknickplatz mit der Quelle Font des Polls (kein Trinkwasser!). 5 Min. später weisen Holzschilder auf eine rechts des Weges liegende ehemalige Köhlerstätte hin. Weitere Kohlenmeiler und die Ruine eines Kalkofens passieren wir nach 5 Std. Das Ensemble stellt heute eine Art Freilichtmuseum dar. Es ist von dichtem Steineichenwald umgeben, den die Köhler früher nutzten, um Holzkohle herzustellen. Auch zum Befeuern des Kalkofens fand Eichenholz Verwendung.
Bald darauf kommen wir an ein Gatter, neben dem wir links einen Treppenübergang finden. In der nächsten Wegbiegung erblicken wir schon das Kloster von Valldemossa. Noch eine Biegung weiter zweigt rechts ein Weg talaufwärts ab, den wir nicht beachten. Wir sind nun aus dem Wald herausgetreten und laufen durch eine Ölbaumpflanzung. Einen links aufwärts abzweigenden Weg (5.30 Std.)ignorieren wir ebenfalls. Wir passieren die Ruine eines Schuppens, laufen geradeaus weiter. Dann gehen wir durch ein offenes Tor und erreichen 50 m weiter eine Gabelung; hier halten wir uns durch ein zweites offenes Tor rechts. Unser Weg verläuft nun fast ohne Gefälle am rechten Hang des Tales. Nach 5.45 Std. kommen wir an eine Straße, auf der wir rechts durch eine Neubausiedlung weitergehen. Die Straße gabelt sich bald. Hier halten wir uns rechts aufwärts. Hinter einem Wendeplatz laufen wir weiter geradeaus jetzt abwärts. So gelangen wir bald zum Carrer dels Ametlers.

Wer mit dem Bus gekommen ist, geht auf diesem links zur Hauptstraße hinunter und von dort zum Zentrum von Valldemossa. Ist man hingegen mit dem PKW angereist, läuft man geradeaus weiter und die nächste Straße rechts hinauf zum Anwesen Can Massana (6 Std.).

 

Kommentare (1)

  1. Rabea und Sascha am 21.09.2016
    Ein wichtiger Hinweis an alle Wanderer:
    Die o.g. Strecke verläuft teils durch Privatgelände, für deren Durchquerung eine vorherige, kostenfreie Anmeldung (mindestens einen Tag vorab) notwendig ist! Die Anzahl der Wanderer je Tag ist durch die Eigentümer begrenzt worden.

    Es gibt vor Ort allerdings auch eine Alternative auf öffentlichen Wegen, welche nicht anmeldepflichtig ist: diese haben wir heute gewählt.

    Die Strecke selber ist perfekt beschrieben, absolut schön und insofern mehr als empfehlenswert :)

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